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Wäsche-Mode nicht nur für Diabetiker

Junges Unternehmen findet DIE fashion-Lösung für Insulinpumpen

Am 23. August 2018 beim Gründerpreis unter den Ausgezeichneten: Ruby Limes (Mitte). Foto: Berl. Sparkasse
Am 23. August 2018 beim Gründerpreis unter den Ausgezeichneten: Ruby Limes (Mitte). Foto: Berl. Sparkasse
Erschienen in Gazette Wilmersdorf Dezember 2018
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Diabetes Typ 1 – für viele der über 300.000 Menschen, die damit allein in Deutschland leben, oft kein erfreulicher Grund, darüber zu sprechen. Doch das Start-up-Unternehmen der auf Unterwäsche spezialisierten carida products GmbH aus der Wilmersdorfer Blissestraße will das mit seiner Wäsche-Marke „Ruby Limes“ ändern:

Sein ebenso praktischer wie modischer Lösungsvorschlag zur unauffälligen Verstauung der lebensnotwendigen Insulinpumpe in der Unterwäsche, hat nicht nur Diabetikerinnen positiven Gesprächsstoff geliefert, auch männliche Kunden wenden sich immer häufiger dem Thema zu, wie sich die Pumpe nun modisch und sicher zugleich körpernah tragen lässt.

Im August mit dem Gründerpreis der Berliner Sparkasse ausgezeichnet, ist das von der Charité-Universitätsmedizin Berlin und der Freien Universität Berlin mit einem Start-up-Stipendium geförderte junge Unternehmen „Ruby Limes“ mit seinem Gründerteam Frida Lüth und Carlo Zimmermann nun auf gutem Weg, nach Deutschland auch den internationalen Markt mit seiner innovativen Geschäftsidee zu erobern.

Problemlösung auf charmante Art und Weise

Frida Lüth ist eine junge dynamische Frau: modisch, energiegeladen, strahlende Augen, meist mit dem Fahrrad unterwegs. Die gebürtige Hamburgerin lebt seit rund 10 Jahren in Berlin. Bereits mit 16, erzählt sie, habe sie sich ihre Unterwäsche selbst genäht: „Ich habe im Handel nie das gefunden, was ich mir so vorgestellt habe, bequem, hochwertig und chic zugleich.“

Frida studiert später Journalismus, arbeitet im Filmbereich, doch für sich, Freunde und Bekannte entwirft und näht sie bei wachsender Nachfrage weiter Unterwäsche, die so viel mehr ist: Ein Stück Lebensqualität mit Wohlfühl-Komfort.

Eine persönliche „Sinnkrise“ und das Zusammentreffen mit Modemanager Carlo Zimmermann führen sie mit ihren Unterwäsche-Entwürfen schließlich geradewegs in die Modebranche. Als eine Bekannte mit Diabetes Typ 1 fragt, ob Frida ihr nicht eine unsichtbare Tasche für ihre Insulinpumpe in die Unterwäsche einnähen könne, ist die Geschäftsidee für „Ruby Limes“ geboren. Die Jungunternehmer wählen diesen klangvollen Namen, mit dem man automatisch Frische und Strahlkraft verbindet, weil sie die Nische für Unterwäsche von Insulinträgerinnen und -trägern mit jungen, attraktiven Modellen beleben wollen. „ „Ruby“ steht dabei für strahlendes Rubinrot und „Limes“ für frisches Limetten-Grün“, erklärt Frida, die im Unternehmen für die Entwürfe, die Produkt- und Materialauswahl sowie für Marketing steht, während Geschäftsführer Carlo Zimmermann überwiegend für den Vertrieb und den kaufmännischen Bereich zuständig ist.

Wäsche mit dem gewissen Etwas

„Dank des Stipendiums und des Gründerpreises können wir mit ganzer Kraft unser Geschäftsmodell und unsere Produkte konzentriert weiterentwickeln“, betont Frida Lüht, der man mit jedem Satz die Leidenschaft für ihre Geschäftsidee anmerkt.

Die Verbindung zur Charité und zur Freien Universität Berlin haben dem Start-up ein weites Netzwerk zugänglich gemacht, mit Kontakten zu Ärzten, Fachleuten und Patienten: Wichtig für die bedarfsgerechte Entwicklung und Trage-Erprobung der jeweiligen Wäsche-Prototypen von Ruby Limes, die Mode und Funktionalität für das Tragen von medizinischen Geräten vereinen.

Das Start-up bildet die Schnittstelle zwischen den Bedürfnissen der Kunden und zeitgemäßer Technologie. Zuerst produzierte es Damen-Panties (Slips) mit eingearbeiteten, nach außen unsichtbaren Taschen für das sichere Tragen einer Insulinpumpe, deren Größe in etwa der eines kleinen Smartphone entspricht. Inzwischen ist die Produktpalette erweitert, teilweise sind die Modelle bereits ab Größe 32 in Fachgeschäften und über den Online-Shop erhältlich, und auch das Wäsche-Angebot für insulinpumpentragende Herren wird ausgebaut.

Doch auch Nicht-Diabetiker haben die Vorteile der Wäsche mit der kleinen Innentasche schätzen gelernt: So kaufen sie die Produkte, um beim Sport oder unter´m Abendkleid „Not-Euro“ oder Schlüssel unauffällig bei sich tragen zu können.

Qualität mit viel Liebe zu Mensch und Detail

Viel Arbeit und Geduld stecken in den zeitlosen Produkten, bis sie auf dem Markt sind. Die beiden Gründer setzen bei Stoff, Verarbeitung und Tragekomfort auf höchste Qualität, und so mancher Prototyp fliegt aus dem Programm, wenn er nicht ihren hohen Ansprüchen gerecht wird: Da spielt der Stretch-Faktor eine wichtige Rolle, um sicheren Sitz – auch beim Fahrradfahren – zu garantieren, Waschfestigkeit und ökologische Standards müssen ebenfalls stimmen. Dabei garantiert das Unternehmen beste Qualität zu fairem Preis (unter 30 Euro pro Basic).

Die Stoffe kommen aus Portugal, Spitzen aus Deutschland, Schleifen und Gummiband aus Frankreich – mehr als 12 Zulieferer aus sieben europäischen Ländern hat das Gründerteam akribisch ausgewählt, Nähateliers fertigen nach Fridas Prototypen die Endprodukte.

Bevor ein Modell „in Serie“ geht, wird es von Testträgerinnen genauestens geprüft, Fragebögen werden ausgefüllt und ggf. Verbesserungen vorgenommen.

Zielgerichtet arbeitet das Unternehmen daran, mit seinen Produkten neben dem deutschen nun auch den internationalen Markt zu erobern. Auf Fachmessen stellen die Gründer erfolgreich die Modelle vor, deren Bandbreite stetig wächst.

Und man braucht nicht viel Fantasie, um sich vorstellen zu können, welche Medizin-Bereiche in der Zukunft dank speziell entworfener Ruby-Limes-Wäsche ebenfalls höhere Lebensqualität erwartet: Beispielsweise Anus-praeter-Patienten oder Prothesen- und Orthesen-Träger.

Es gibt also auch zukünftig viel zu tun für Frida Lüth und Carlo Zimmermann, die auf die steten medizintechnischen Weiterentwicklungen mit ihren Produkten flexibel reagieren.

Als höchste Anerkennung ihrer Arbeit werten die Gründer neben öffentlichen Auszeichnungen, wie Frida verrät, „wenn zufriedene Träger/innen unserer Produkte uns Fotos von sich in Ruby-Limes-Wäsche schicken. Einen größeren Vertrauensbeweis kann es kaum geben.“

Weitere Informationen unter www.rubylimes.com

Jacqueline Lorenz

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