Nikolassee & Schlachtensee Journal - April/Mai 2025

Journal für Nikolassee, Schlachtensee, Krumme Lanke und Mexikoplatz

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Nikolassee & Schlachtensee Journal

April/Mai Nr. 2/2025

für Nikolassee, Schlachtensee, Krumme Lanke und Mexikoplatz

50 Jahre mittelalterliches Museumsdorf Düppel Seid willkommen an der Stätten!

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50 Jahre mittelalterliches Museumsdorf Düppel Seid willkommen an der Stätten!

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ingebettet von dichtem Baumbestand erwartet zum Saisonstart am 29.  März auch in diesem Jubiläumsjahr das Museumsdorf Düppel wieder seine großen und kleinen Besucher. Noch fehlt´s an Blumen im Revier, doch pünktlich zum

Osterspaziergang im mittelalterlichen Dorf dürfte sich bereits ein erster grüner Schimmer zeigen. Spätestens am 29.  Mai Himmelfahrt dann, wenn das Jubiläumsfest stattfindet, wird bestimmt schon kräftiges Grün vorherrschen. Wem es da bereits

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Impressum

Nikolassee & Schlachtensee Journal 14 Jahrgang Verlag Gazette Verbrauchermagazin GmbH, Ruhlsdorfer Str. 95, Haus 42, 14532 Stahnsdorf ☎ 03329 / 645 15 70 Redaktion Karl-Heinz Christ · ☎ 03329 / 645 15 70 journal@gazette-berlin.de Freie Redakteurin Jacqueline Lorenz · ☎ 0172 / 630 26 88 Anzeigen Daniel Gottschalk, ☎ 030 / 323 38 54 d.gottschalk@gazette-berlin.de © Gazette Verbrauchermagazin GmbH Das Nikolassee & Schlachtensee Journal erscheint alle zwei Monate in Nikolassee, Schlachtensee, Krumme Lanke und Mexikoplatz am 1.2., 1.4., 1.6., 1.8., 1.10. und 1.12. eines Jahres. Juni/Juli Nr. 3/2025 Nächste Ausgabe Anzeigen-/Redaktionsschluss: 30.04.2025 Erscheinung: 02.06.2025 Liebe Leserinnen und Leser, wenn Sie Themenwünsche oder -vorschläge haben oder selbst etwas aus den Ortsteilen beitragen möchten, freuen wir uns auf Ihre Anregungen. Haben Sie eine Ausgabe verpasst? Ältere Ausgaben finden Sie online unter www.gazette-berlin.de. Ihre Redaktion des Nikolassee & Schlachtensee Journals

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zu warm sein sollte, der kann Abkühlung unter den Kronen der Hoch- und Hütewaldbäume finden, die unter dem fachkundigen Einsatz von Natur-, und Dorffreund Dr.  Achim Förster, Vorstandsmitglied des Förderverein Museumsdorf Düppel e. V., vor Jahrzehnten gepflanzt worden sind. Als in den 1960er-Jahren am Krummen Fenn in Nikolassee die Reste einer Mittelalterlichen Siedlung freigelegt wurden, hätte wohl niemand gedacht, dass an diesem historischen Ort einmal eine detailgetreu nachgebaute Dorfanlage neu entstehen und Interessierten das Mittelalter hautnah näherbringen würde. Möglich machte dies eine Gruppe von geschichts- und naturverbundenen Menschen, die

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Nikolassee & Schlachtensee Journal im 1975 gegründeten Förderverein Museumsdorf Düppel inzwischen gemeinsam mit Gleichgesinnten daran kontinuierlich arbeitet, dem Besucher eine Zeitreise zu bieten, die immer neue Stationen bereithält und damit spannenden Einblick in die Zeit des Mittelalters gewährt.

Geschichte Bereits vor 160  Jahren kam Zehlendorf zu einem Rittergut mit dem eingedeutschten Dänischen Namen „Düppel“: Der kleine dänische Ort Dybboel liegt nahe der lang umkämpften Dänisch-Deutschen Grenze. Als hier das Heer von Prinz Friedrich Carl von Preussen den letzten der Deutsch-Dänischen Kriege von 1864 gewonnen hatte,

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durfte der Prinz „zur Belohnung“ ein Jahr später sein einst von Alkoholhersteller Joseph Aloys Gilka („Gilka-Kümmel“) erworbenes Anwesen in Neu-Zehlendorf „Rittergut Düppel“ nennen. Das Areal erlebte in den Folgejahrzehnten stürmische Zeiten: Die Nationalsozialisten fassten auch hier Fuß. Munitionsbunker und Flakstellungen entstanden auf dem Boden, wo später mittelalterliche Scherben den eigentlichen Grundstein für das Museumsdorf Düppel legen sollten. Nach dem Zweiten Weltkrieg beherrschten auf dem ehemaligen Rittergut anstatt goldener Getreideähren steppenartige Ackerbrachen das Bild. Das Leben im einzigartigen Biotop des Krummen Fenn erstickte man Anfang der 1960er-Jahre

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Lehmofen und mittelalterliche Bauten begeistern Jung und Alt.

kurzerhand mit Straßenwasser. Doch unter den Händen eifriger Ausgräber kamen ab 1967 unter freigelegten Freiflächen als Keimzelle des späteren Museumsgedankens wertvolle Relikte einstigen Zusammenlebens von Slawen mit Deutschen zu

Tage, die nicht nur die Spaziergänger neugierig machten. Mit Inkrafttreten des Vier-MächteAbkommens plante der Senat die Bebauung des Feldes westlich vom Fenn. Als 1972 die Archäologen die Idee hatten, das mittelalterliche Dorf wiederauf HEIZUNG SANITÄR

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zubauen, wäre es fast zu spät gewesen. Bis in die 80er-Jahre hielt sich die Idee, hier nahe Krummes Fenn Exklusivwohnungen zu bauen. – Doch längst zogen Tausende von Museumsbesuchern zum ersten mittelalterlichen Musterhaus, dem sogenannten

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Nikolassee & Schlachtensee Journal Wikinger Haus E, und ließ der 1975 von Prof. Dr. Adriaan von Müller, Direktor des Museums für Vor- und Frühgeschichte, Wolfram Dietrich v. Moers, Jurist, Dr. Klaus Goldmann, Oberkustos am Museum für Vor- und Frühgeschichte, Eva Kempin und Dieter Hafemeister, Bauunternehmer, gegründete Förderverein das Museumsdorf Düppel zum angesagten Ausflugsziel und Hot Spot der Mittelalterforschung werden. Auch wenn das Museumsdorf Düppel eigentlich einen anderen Namen hatte bekommen sollen, hält sich sein ursprünglich nur als Notlösung gedachter Name bis heute beharrlich. Hatte man doch nie den Namen der zugrunde liegenden Ursiedlung erfahren können oder die Bezeichnung

als „Freilichtmuseum“ aufgrund des oft irreführenden Gebrauchs dieses Wortes von den Nationalsozialisten abgelehnt. Auch als „Museumsdorf am Machnower Krummen Fenn in Zehlendorf“, „Urzehlendorf“ oder „Dueppelia“ fand es keinen Eingang in die Köpfe der Dorffreunde. Und so weiß bis heute jeder, was gemeint ist, wenn man vom „Museumsdorf Düppel“ spricht.

Mittelalter trifft Gegenwart, Ökologie Nachhaltigkeit

licher und reichhaltiger wurden. Anfangs gab es dabei manchen Fehler, woraus man aber für die Zukunft lernte. Es entstanden historische Häuser, Lehmback Ohne Tiere kein Dorf.

Über die Jahrzehnte sorgten Ehrenamtliche, Historiker, Hobbyhistoriker und Fachleute dafür, dass die vom Mittelalter erzählenden „Exponate“ im Museumsdorf immer anschau ofen, über die Jahre kamen mittelalterliches Handwerk, das in nachempfundener Gewandung vorgeführt wird, dazu. Ausrangierte Wachbaracken aus DDRZeiten gaben schließlich ersten

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Raum für Grabungsbefunde, Küche, Werkraum und primitive Toilette. Sogar ein Büro und eine ganze Schulklasse fanden darin Platz. Internationale Symposien fanden statt, Bodenproben und pollenanalytische Untersuchungen für die Wissenschaft fanden

mittelalterlichen Dorf und ein Erlebnisbereich begeistert die Jüngsten. Themen-Stationen und Wildtierpfad mit liebevoll geschnitzten Tieren haben ebenso Bezug zum Mittelalter wie die beiden Ochsen im Dorf und lebendigen alten Nutztiere aus

Dr. Achim Förster, Naturwissenschaftler und Freund des Museumsdorf Düppel.

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im Museumsdorf beste Bedingungen. Inzwischen agiert das Museumsdorf unter dem Dach der Stiftung Stadtmuseum Berlin. Eine Ausstellung macht das Leben um das Jahr 1200 begreiflich, fiktive Bewohner und Audio-Stationen erzählen vom Leben im

diesen Tagen. Sie sind vertreten durch grunzende Weideschweine und mähende Schafe einer bedrohten Rasse. Und gerngesehene Besucher sind Familien, Schulklassen und Kitagruppen, die ein reiches Freizeit-, Workshop- und Kursangebot erwartet.

Im Einsatz für ein grünes Museumsdorf Kein Wunder also, dass auch Umweltschützer und Naturwissenschaftler Achim Förster, in Nikolassee und Schlachtensee aufgewachsen, Chemiker der anorganischen Strukturchemie und tief im Herzen der geborene Biologe, das vor 50 Jahren noch nahezu baumlose Museumsgelände zu seiner Herzensangelegenheit machte. Als Amerikaner und Engländer junge Bäume als Anpflanzung nur oberflächlich und unkundig gesetzt hatten, drohten sie nach und nach einzugehen und sollten rausgerissen werden, wie Förster erzählt. „Ich habe mich ihrer angenommen und im Fahrradkorb etwa 1.500 Bäumchen an ihren jetzigen Standort im Museumsdorf gebracht.“ – Sie sind inzwischen zu stolzem biodiversen Hüteund Hochwald herangewachsen. Achim Förster, Vorstandsmitglied vom Museumsdorf und Ehrenvorsitzender vom Landschaftförderverein Buschgraben Bäketal (Kleinmachnow), stattet ihnen regelmäßige Besuche ab. Nicht nur für diesen bemerkenswerten handfesten Einsatz

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Nikolassee & Schlachtensee Gesundheit Journal hat er im vergangenen Jahr den Berliner Naturschutzpreis erhalten, sondern auch – seit 1990 hochaktiv und erfolgreich beim Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) tätig – für seine Naturschutzprojekte, die beispielsweise an der Rehwiese junge Eichen vor dem Abmähen und Kröten an der Havelchaussee retten, Pflanzaktionen am Buschgraben und die Wiederentdeckung der Schwarz-Pappeln und den Schutz von Alteichen beinhalten oder gegen den Ausbau der Kleinmachnower Schleuse protestieren. Sein Herz für Pflanzen und Bäume entdeckte Achim bereits in Kindertagen. „Als ich sah, wie ein Baum gefällt wurde, dann aber ein neuer gepflanzt wurde und kräftig heranwuchs,

hat mich das sehr beeindruckt“, erinnert er sich. Vom Großvater lernte er das Handwerkliche, wie fachgerechtes Pflanzen. Heute ist auch sein Zehlendorfer Privatgrundstück kein erzwungener Ziergarten, sondern ein verwunschenes Biotop, in dem sich Pflanze und Tier in gesundem Gleichgewicht wohlfühlen dank Achim Förster und seiner Frau. Und wenn sich der Naturfreund auch langsam aus der Vorstandsarbeit im Museumsdorf Düppel zurückziehen will, ist er doch an Veranstaltungstagen und in der Natur weiter mit dabei, und begeistert er die Besucher mit seinen interessanten Führungen durch das Fenn. Schon heute sollten sich Gevatter, Wip, Bub und Maid für einen Besuch im Museumsdorf

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Düppel die Osterfeiertage von 10-18  Uhr und den Himmelfahrtstag ab 11 Uhr für das Jubiläumsfest anlässlich 50 Jahre Museumsdorf Düppel vormerken. Derzeit läuft die Planung auf Hochtouren. Man (Mann) kann sich auf die Braukunst des Mittelalters mit „Steinzeitbier und Klosterbräu“ sowie auf in die Beine gehende Klänge der Mittelalter-Band „Wolgemut“, auf das Bemalen von Pappmaschee-Eiern, das Weben von Lesezeichen, viele Handwerksangebote zum Zusehen und Mitmachen freuen sowie auf das Puppentheater und auf viele Überraschungen. Näheres unter w w w. stadtmuseum.de/museum/ museumsdorf-dueppel ◾ Jacqueline Lorenz

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Auf dem Weg zum Welterbe

Waldsiedlung Zehlendorf: Dossier bei UNESCO eingereicht

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Berlin als Ort der Moderne

ie Waldsiedlung Zehlendorf, auch als Siedlung Onkel-Toms-Hütte bekannt, hat einen wichtigen Schritt in Richtung UNESCOWelterbe unternommen. Das Welterbe-Dossier für die Aufnahme in die Welterbestätte „Siedlungen der Berliner Moderne“ wurde bei der UNESCO in Paris eingereicht.

Aufwendiges Verfahren Das Verfahren zur Auszeichnung als UNESCO-Welterbe ist mehrstufig und zeitaufwendig. Die Waldsiedlung Zehlendorf wurde am 1. Februar 2024 als eine von sieben deutschen Stätten auf die erweiterte Tentativliste (Vorschlagsliste) der UNESCO übermittelt. Diese Platzierung ist Voraussetzung für die weitere Antragstellung. Das Dossier wurde von einem Expertenteam für Welterbepflege und Neues Bauen in Berlin unter der Koordination des Landesdenkmalam Der nächste Schritt auf dem Weg zum UNESCO-Welterbe wurde gemacht.

tes Berlin erstellt. Die Entscheidung über die Aufnahme in die UNESCO-Liste des Kultur- und Naturerbes der Welt wird frühestens ein Jahr nach Einreichung des Dossiers erwartet.

Patrick Steinhoff, Bezirksstadtrat für Stadtentwicklung SteglitzZehlendorf, sagte: „Mit den beiden Bezirksverordnetenbeschlüssen von 2008 und 2018 konnten wir die Erweiterung der Welterbestätte „Siedlungen der Berliner Moderne“ anregen und es erfüllt uns mit Stolz, dass unser Vorstoß so weit gekommen ist. Wer Welterbe werden möchte, braucht einen langen Atem – wir werden auch bei den nächsten Schritten die Bewerbung eng begleiten. Die Waldsiedlung ist ein buntes lebendiges Viertel und soll es auch in Zukunft bleiben. Aufgeschlossene und aufmerksame Bürgerinnen und Bürger haben seit Jahren entscheidend zu deren positiver Entwicklung beigetragen. Dieses Engagement begrüße ich außerordentlich. Die aktuellen Bestrebungen der Bewohnerschaft, die Waldsiedlung unter Berücksichtigung ihres besonderen kulturellen Werts einer

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modernen Zukunft zuzuführen, sind berlinweit beispiellos.“ Dr. Christoph Rauhut, Landeskonservator, ergänzte: „Eine Eintragung auf der Welterbeliste würde einem weiteren Denkmal der Berliner Moderne die Chance bieten,

den Ruhm Berlins als Ort der Moderne zu festigen. Wir freuen uns sehr, dass wir die Eintragung der Waldsiedlung gemeinsam mit engagierten Partnerinnen und Partnern vorantreiben dürfen. In der Waldsiedlung hat das bür 11

gerschaftliche Engagement eine lange Tradition. Bürgerinnen und Bürger haben im Besonderen dazu beigetragen, dass die Waldsiedlung 17 Jahre nach der Nominierung einer Nachnominierung ins Welterbe so nahesteht. Ihnen gilt daher mein besonderer Dank.“ Anlässlich des internationalen Welterbetags am 1.  Juni 2025 sind diverse öffentliche Veranstaltungen rund um die ­UNESCO-Welterbestätte „Siedlungen der Berliner Moderne“ geplant. Im Fokus steht dabei unter anderem die 100-jährige Grundsteinlegung der Hufeisensiedlung.� ◾

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Hebammengeführter Kreißsaal im Krankenhaus Waldfriede Geburtshilfe erweitert – Anmeldungen jederzeit möglich

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as Krankenhaus Waldfriede hat die Geburtshilfe neu aufgestellt und bietet jetzt zusätzlich zum bewährten Kreißsaal mit Ärzten und Hebammen, auch einen hebammengeführten Kreißsaal. „Damit erhalten Eltern künftig das Beste aus beiden Welten: die beruhigende Atmosphäre eines Geburtshauses, gepaart mit der Sicherheit eines Krankenhauses“, freut sich Kristina Schlitter, Leitende Hebamme der Geburtshilfe. Die bisherigen

Reaktionen auf die Planungen seien durchweg positiv. „Viele Hebammen haben sich bereits bei mir gemeldet und Interesse bekundet, den neuen Kreißsaal in Waldfriede mitzugestalten.“ Neuzugänge im HebammenTeam seien höchst willkommen, so Kristina Schlitter.

2025 erhalten werdende Eltern somit eine zusätzliche Option. Besonderes Ziel des neuen Konzeptes ist es, jeder werdenden Mutter während der Geburt eine 1:1-Betreuung durch eine Hebamme zu ermöglichen, sofern keine Geburtsrisiken vorliegen. So soll ein möglichst selbstbestimmter Geburtsprozess ermöglicht werden. Selbstbestimmte Bei medizinischem UnterstütGeburt zungsbedarf oder Notfällen Mit der Eröffnung des neuen sieht das Versorgungskonzept Hebammen-Kreißsaals im Mai eine schnelle und sichere Ver Malereibetrieb Michael Kränsel

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Monatliche Informationsabende

Im Krankenhaus Waldfriede gibt es ab Mai einen hebammengeführten Kreißsaal.

sorgung durch spezialisierte Ärztinnen und Ärzte am gleichen Ort vor. Eine räumliche Verlegung wie in einem Geburtshaus entfällt. „Für einen funktionierenden Hebammen-Kreißsaal ist eine enge Vertrauensbasis zwischen Hebammen und Ärzten nötig“,

sagt Dr. med. Florian Müller, Chefarzt der Gynäkologie und Geburtshilfe. „Das Hauptaugenmerk bei einer Geburt liegt darauf, dass sich die werdende Mutter wohl und sicher fühlt – und das ist in unserem Haus der Anspruch aller Mitarbeiter“, so Müller.

An jedem 2. Mittwoch im Monat findet um 18  Uhr im Großen Saal (Kapelle) des Krankenhauses Waldfriede ein Elterninformationsabend der Geburtshilfe statt. Eine Anmeldung ist nicht notwendig. Anmeldungen zur Geburt sind möglich per E-Mail an geburt@waldfriede.de unter Angabe einer Telefonnummer. Details und Termine werden dann im Rückruf direkt von den Hebammen aus dem Waldfriede geklärt. Weitere Informationen: www.krankenhaus-waldfriede. de/geburtshilfe-kreißsaal Krankenhaus Waldfriede, Argentinische Allee 40, 14163 Berlin, www.krankenhaus-waldfriede. de� ◾

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Warmes Bett statt kalte Brücke Notübernachtung in Wannsee sucht neue Räume

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n Berlin spricht man von etwa 20.000  Wohnungslosen und 5.000 – 8.000  Obdachlosen. Die meisten von ihnen sind froh, wenn die Temperaturen nun wieder höher werden und damit das große Frieren unter Brücken oder etwas wettergeschützten Schlafplätzen im Freien für die nächsten Monate kein Thema mehr ist. – Denn die nur etwas mehr als 700 bestehenden Kältehilfe-Schlafplätze, die Bett statt Brücke bieten, Notunterkunft an der Bergstraße 4 in Wannsee. waren auch in dieser Saison wieder heiß begehrte Nachtunterkunft. So blieb auch in der privilegier- oder Weltanschauung sie sind, betont dazu das ten Wohnlage Wannsee kein Bett in der von der Team Neue Chance. Und auch Haustiere unter Neuen Chance betriebenen Notunterkunft an Beaufsichtigung sind erlaubt. der Bergstraße 4 leer. Doch es könnte an diesem Standort die letzte Wintersaison gewesen sein, in Obdach mit Abrissqualität der Obdachlose hier „Bed & Breakfast“ fanden. Die einzige im Bezirk Steglitz-Zehlendorf zur Verfü- Seit Corona vom Deutschen Roten Kreuz als Kältgung stehende Unterkunft, baulich in die Jahre ehilfe betrieben, gehörte das  Gebäude in der gekommen, gilt von Bezirksseite in ihrem jetzigen Bergstraße 4 zuvor ebenso wie die anderen GeZustand als kaum zumutbar für Wohnungslose bäude Nr. 2, 2A, 2B, 2C und 4A über einen langen und sieht dem Abriss entgegen. Wie die betrei- Zeitraum zum Fachvermögen des Jugendamts bende gGmbH Neue Chance erklärt, kommt es und stand bis zur Nutzung durch die Kältehilfe immer wieder zu Wasserschäden im Inneren, doch seit ca. 15 Jahren leer. Die Bausubstanz litt stark noch sei der Nachtbetrieb ungestört durchführbar unter diesem Leerstand. Schon seit über zwei gewesen. Die tiefer sitzenden Bauschäden jedoch Jahren bringt dies Tim Richter vor unterschiedkann das Team nicht beurteilen. lichsten Ausschüssen zur Sprache. Das Amt für Dazu erklärt Bezirksstadtrat Tim Richter: „Der Ab- Soziales hatte das Gebäude schließlich in sein riss des Gebäudes Bergstraße 4 ist aus unserer Fachvermögen überführt, mit dem Ziel, es durch Sicht leider unumgänglich, da die Bausubstanz einen Erbbaupachtvertrag an einen Träger zu stark sanierungsbedürftig ist. Diese Defizite füh- vergeben, der das Gebäude grundlegend saniert. ren dazu, dass die Nutzung nicht mehr in allen Dazu wurde 2019/20 ein InteressenbekundungsGebäudebereichen den geltenden baulichen Si- verfahren durchgeführt. Der Abschluss eines cherheitsstandards entspricht, sodass eine wei- Erbbaurechtsvertrags konnte bis zum heutigen tere Nutzung nicht angestrebt wird. Es wurden Datum nicht abgeschlossen werden. Zunächst nur Maßnahmen vor Saisoneröffnung zur direkten bestand die Herausforderung, den Wert des Nutzung vorgenommen, da eine vollständige Sa- Grundstücks und der Immobilie zu bestimmen, da das Flurstück geteilt werden musste. 2023 ernierung oder ein Abriss zu erwarten ist.“ Aktuell noch bis zum 30. April stehen jeden Tag gab sich dann die zusätzliche Herausforderung, in der Woche von 19 -7.30 Uhr sechs Schlafplätze da die Infrastruktur des Gebäudes mit dem der für Frauen und sechsundzwanzig für Männer zur Gebäude auf dem Nachbargrundstück verbunVerfügung. Willkommen sind alle Gäste, egal wel- den war. Eine Sanierung wäre dementsprechend cher Herkunft, Hautfarbe, sexueller Orientierung nicht losgelöst vom laufenden Betrieb auf dem

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Nikolassee & Schlachtensee Journal Nachbargrundstück Bergstraße 2, 2A, 2B, SC und 4A möglich. Während die Vorbereitungen zum Abschluss eines Erbbaurechtsvertrags liefen und laufen, wurde das Haus schließlich jährlich doch für Angebote der Kältehilfe im Bezirk genutzt. Den Rest des Jahres stand es weiterhin leer. Inzwischen ist das bezirkliche Gebäude an der Bergstraße in deutlich schlechterem Zustand als beim 2019 gestarteten Interessenbekundungsverfahren. Aus dem Dach wächst inzwischen ein Baum, und es bröckelt an vielen Stellen. Nach Einschätzungen innerhalb der Fachabteilungen des Bezirksamts Steglitz-Zehlendorf ist eine Grundsanierung nicht mehr möglich. – Und potentielle Träger stehen aufgrund der drohenden hohen Kosten nun nicht mehr für eine Sanierung zur Verfügung, die unter keinem Aspekt wirtschaftlich vertretbar ist. Die erforderlichen Investitionen ständen in keinem angemessenen Verhältnis zum erwartbaren Nutzen. So sieht der Bezirk es vor dem Hintergrund des sich verschlechternden Gesamtzustands des Gebäudes auf Dauer für nicht mehr zumutbar, hier Hilfebedürftige der Kältehilfe unterzubringen oder es zur Beherbergung von Menschen zu nutzen. Das oberste Gebot für ein sachgerechtes Angebot der Kältehilfe ist aus Sicht des Amtes für Soziales eine menschenwürdige und sichere Unterkunft, die auch einen Standard für das Leben und die Gesundheit der Besucherinnen und Besucher bereithält. Die Fachabteilungen im Amt für Soziales und im Jugendamt prüfen Voraussetzungen, um einen Abriss durch die Träger beider Grundstücke voranzutreiben. Denn wenn die baufälligen und infrastrukturell miteinander verbundenen Gebäude (Bergstraße 4 und Bergstraße 2, 2A, 2B, 2C und 4A) gemeinsam für einen Abriss vorbereitet würden, entfiele die Herausforderung der infrastrukturellen Verbindung der Gebäude.

Abhilfe schaffen bis zum nächsten Winter „Unabhängig vom Gebäude in der Bergstraße 4 ist der Bezirk fest entschlossen, die Kältehilfe im Bezirk dauerhaft zu sichern“, betont Bezirksstadtrat Richter. So wurden bereits in der Vergangenheit durch den Bezirk diverse mögliche Standorte für

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die Kältehilfe geprüft, darunter die Objekte Königin-Luise-Straße 98, die „Alte Kantine“ (Ratskeller im Rathaus Zehlendorf ), Objekte in der Schmarjestraße, der Thielallee, der Leonorenstraße sowie der Franzstraße. Auch Teile des Steglitzer Kreisels waren und sind in Überlegung. In die Bemühungen sind die Behörden des Landes sowie weitere Träger und Einrichtungen eingebunden. Der Bezirk stehe auch weiterhin im steten Austausch mit verschiedenen Institutionen, Trägern und Eigentümern, um mögliche Ausweichstandorte in Kooperation mit den Dritten zu finden, nachdem Angebote in bezirklichen Liegenschaften aufgrund der baulichen Zustände, der begrenzten Verfügbarkeit geeigneter Immobilien sowie der hohen baurechtlichen Anforderungen wohl nicht mehr realisierbar sind. „Wir werden auch weiterhin nach Lösungen suchen, um sicherzustellen, dass obdachlose Menschen auch Unterkünfte der Kältehilfe in Steglitz-Zehlendorf erhalten können“, versichert Tim Richter. Der Vorschlag, einen Wohncontainer als Wärmestube unter der Autobahnbrücke in der Düppelstraße aufzustellen, ist im Geschäftsgang der Bezirksverordnetenversammlung. Diesen Beratungen vorzugreifen, stehe dem Bezirksamt nicht zu. Jeder mögliche Standort müsse immer mit Blick auf Baurecht, Sicherheitsbedenken und Infrastruktur, aber auch auf die Finanzierung und die langfristige Praktikabilität hin ämterübergreifend geprüft werden, wenn die BVV den Antrag in einen Beschluss überführt. Dass der Standort Wannsee in der Bergstraße nicht der günstigst gelegene Standort für eine Kältehilfe-Notunterkunft ist, ist schon seit Jahren klar: So favorisiert die Koordinationsstelle der Berliner Kältehilfe für Obdachlose leicht erreichbare Notunterkünfte innerhalb des S-Bahn-Ringes und nahe der Tangential-Verbindungen. Das Team Neue Chance kann sich indessen nicht beklagen über mangelnde Nachfrage ihrer Betten in Wannsee inklusiv einer warmen Mahlzeit, Frühstück, heißer Dusche und bei Bedarf frischer Kleidung sowie manch freundlichem Wort. Und auch der Bezirk Steglitz-Zehlendorf ist für die zuverlässige Kältehilfe-Unterstützung der gGmbH Neue Chance dankbar.� ◾ � Jacqueline Lorenz

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Ull Hohn – Revisions

Ausstellung im Haus am Waldsee

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nde Januar eröffnete das Haus am Waldsee die Ausstellung „Revisions“ mit Werken des Künstlers Ull Hohn. Für ihn war die Malerei weit mehr als nur ein künstlerisches Medium – sie war ein Feld, in dem Diskurse, malerische Techniken und persönliche Reflexionen ineinandergriffen. In einer Zeit, als Malerei vielerorts als erschöpftes Medium galt, stieß Hohn eine Erneuerung an, die aus der Praxis selbst hervorging. In seinen Werken aus den späten 1980er- und frühen 1990erJahren erforschte Hohn die Verbindungen zwischen formalen

und politischen Fragen wie Kör- zusammengeführt. So thematisierte Hohn etwa explizit seine perlichkeit und Sexualität. eigene Homosexualität, befeuert von den in den 1990erKritische Jahren in New York wütenden Auseinandersetzung Diskursen der Culture Wars Ein wiederkehrendes Thema in und dem Aktivismus der AidsHohns Werk, das von figürlicher Epidemie. Malerei bis hin zu abstrakten Kompositionen reicht, ist die Künstlerische kritische Auseinandersetzung Reflektion mit traditionellen malerischen Fragestellungen – insbesonde- In den letzten Jahren seines Lere jener der Landschaftsmalerei. bens widmete sich Ull Hohn der Vorstellungen von Natur und Werkserie Revisions, die dieser Natürlichkeit wurden dabei Ausstellung ihren Titel verleiht. stets neu verhandelt und be- Hohn griff dabei auf frühe Werwusst mit aktuellen Debatten ke zurück, die noch aus seiner

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Nikolassee & Schlachtensee Journal Jugend stammten und betrachtete klassische Motive wie Interieurs, Alltagsobjekte oder auch Stillleben aus der Perspektive des gereiften Künstlers neu. Sie kann als künstlerische Reflexion über seine persönliche Entwicklung und das Leben als Künstler verstanden werden, zu einer Zeit, die bereits stark von seiner eigenen Erkrankung überschattet war. Hohn starb 1995 im Alter von fünfunddreißig Jahren an den Folgen von Aids. Die Rückbesinnung auf seine künstlerischen Anfänge war für Hohn ein bewusster Akt, eine Art biografische Erzählung zu schaffen und seine früheren stilistischen Aneignungen auf seine Arbeiten auszuweiten. Ull Hohn (*1960 in Trier; †1995 in Berlin) studierte zunächst

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Ausschnitt aus „Untitled“ von Ull Hohn, 1993, Öl auf Leinwand, 45,5 x 61 cm.

an der Hochschule der Künste in Berlin (1980), bevor er seine künstlerische Ausbildung an der Kunstakademie Düsseldorf in der Klasse von Gerhard Richter (1984) fortsetzte. Anschließend zog er nach New York und nahm

dort am Whitney Independent Study Program teil (1987). „Revisions“ ist bis zum 11.  Mai 2025 zu sehen im Haus am Waldsee, Argentinische Allee  30, 14163  Berlin, www. hausamwaldsee.de� ◾

zertifizierter Fachbetrieb

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Hilfe zur Selbsthilfe von der Wiege bis zur Bahre Mittelhof e. V. stärkt die lokale Gemeinschaft

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eit 77  Jahren gibt es den gemeinnützigen Verein Mittelhof, unter der Prämisse „im Geiste echter Freundschaft und Versöhnung und in nachbarschaftlicher Hilfe“, unterstützt von Quäkern, gegründet als erstes Nachbarschaftsheim Berlins in der damaligen amerikanischen Besatzungszone. Inzwischen ist diese zivilgesellschaftliche Organisation als Träger und Stadtteilzentrum zu einer festen Größe in SteglitzZehlendorf geworden, wenn es darum geht, für beinahe jeden Lebensbereich das passende Angebot zu finden. Hinter dem ehrenamtlichen Vorstand stehen rund 450 hauptamtliche und fast ebenso viele ehrenamtliche Mitarbeitende, die sich gemeinsam für Demokratie und Teilhabe einsetzen. Die Geschäftsstelle hat ihren Sitz in Zehlendorf in der Gründerzeit-Villa Mittelhof an der Königstraße  42. Unter der Doppel-Geschäftsführung von Markus Schönbauer und Simone Will arbeitet der Mittelhof bis heute nach den von demokratischem Denken geprägten Gründungsprinzipien, welche von den damaligen Initiatoren deutscher und US-amerikanischer Quäker ausging. Dass gerade die Sozialwissenschaftlerin Hertha Kraus, die wegen ihrer jüdischen Abstammung

einen Versuch sah, „eine neue Form der Verbindung zueinander zu schaffen“.

Historie

Geschäftsführer Markus Schönbauer. � Foto: Mittelhof

aus dem Nazi-Deutschland in die USA hatte emigrieren müssen, diese selbstlose Einrichtung in Deutschland dann als überzeugte Anhängerin der Quäker-Glaubensgemeinschaft befürwortete und mit ermöglichte, ist nicht nur für Markus Schönbauer Grund genug, den Mittelhof auch zukünftig ganz im Sinne von Demokratie und lokaler Gemeinschaft sowie sozialer Gleichberechtigung im Bezirk weiterzuentwickeln – als symbolisches Denkmal für eine Frau, die anstatt auf Groll gegen die Deutschen vielmehr auf Nächstenliebe setzte und darin

Seine ersten Vereins-Jahre verbrachte der Mittelhof in einem von Hermann Muthesius erbauten Haus in Nikolassee (Mittelhof ), nach dem der Verein dann benannt wurde. 1950 dann kauften Quäker das Zehlendorfer Villengrundstück mit vom Krieg verschonten Haus an der Königstraße von einem Dahlemer Lederfabrikanten und schenkten es dem Verein, den sie zusätzlich eine Zeitlang noch sehr durchdacht finanziell unterstützten – ganz nach dem Motto, „Hilfe zur Selbsthilfe“ spenden zu wollen. So entwickelte sich der Verein bis 1956 Schritt für Schritt zur Unabhängigkeit. Als erstes Berliner Nachbarschaftsheim richtete sich der Mittelhof zu Beginn mit seinem Suppenküchen-Angebot für unterernährte Kinder, seiner Hilfe für erholungsbedürftige Mütter und mit Näh- und Schusterwerkstatt nicht nur an die Menschen in direkter Nachbarschaft, sondern auch an körperlich und seelisch Bedürftige aus anderen Bezirken, die später dann ihre eigenen Nachbarschaftseinrichtungen vor Ort etablierten.

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im Mittelhof 40-jähriges Bestehen. In der Selbsthilfe – DAS sozialste Netzwerk überhaupt – unterstützen, informieren und stärken sich Betroffene selbst, praktizieren damit gelebte Demokratie und Solidarität. Allein im Mittelhof e. V. treffen sich über 80 Selbsthilfegruppen regelmäßig, von Parkinson über Depression bis Leben zwischen zwei Kulturen. Darüber hinaus werden etliche weitere Gruppen im Bezirk beraten und koordiniert. Ein breites Begegnungs-, Beratungs.- Kultur-, Kreativ-, Spiel- und Sportangebot hält der Mittelhof außerdem bereit. Bei Sanierungsarbeiten des alten Bahnwärterhäuschens kamen längst vergessene „Kunstwerke“ zum Vorschein. Fotos: Mittelhof

Angebote und Treffpunkte für Jung und Alt So kann sich der Mittelhof e. V. heute mit seiner an über 30 Standorten angebotenen sozial-kulturellen Arbeit und inzwischen Träger von 14 Kitas, auf ein engeres lokales Umfeld konzentrieren, in dem die Stadtteilarbeit eine wichtige Rolle spielt. Zum Verein gehören neben der Villa Mittelhof und dem Mehrgenerationenhaus Phoenix in Zehlendorf u. a. die Villa Folke Bernadotte und das Nachbarschaftshaus Lilienthal in Lichterfelde. Außerdem gibt es ein Familienzentrum in Lankwitz sowie Kooperationen mit Schulen und Kitas. Der Mittelhof finanziert sich aus Eigenmitteln, die durch Kurse und Raumvermietung erwirtschaftet werden, aber auch durch Spenden, Stiftungsgelder, aus der Betreuung in den Kitas und über Zuwendungen des Senats. „Wir verstehen uns als zivilgesellschaftlicher Partner des Staates“, bringt es Markus Schönbauer auf den Punkt und betont, dass man sich gerade in diesen Tagen in Deutschland dabei auf das wichtige Ziel der Quäker, Demokratie schaffen zu wollen, stärker rückbesinnen müsse. – Auf dem Weg zu Erlebbarkeit von Selbstwirksamkeit. Dabei müsse unbedingt der eigentliche Sinn von Gemeinnützigkeit gewahrt bleiben, der Gesellschaft in vollem Umfang direkt zugute kommen und transparent und nachvollziehbar sein. So soll auch der lokale Zehlendorfer Spender sichtbar und anerkannt spenden können. In diesem Jahr feiert die Selbsthilfekontaktstelle

Mit der Zeit gehen im großen „Haus für Alle“ Im offenen Nachbarschaftscafé der Villa Mittelhof erwartet neben guten Gesprächen auch Kaffee und Kuchen sowie leckerer Mittagstisch die Besucher. Gesundheits- und Umweltbewusstsein ist auch auf dem Teller in. So geht es in den Mittelhof-Kitas gesund und frisch gekocht zu: Sogar das Kinderhaus Athene an der Athene-Grundschule

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kommt derzeit noch in diesen Genuss. 480 Essen täglich kocht der Mittelhof-Caterer, doch der daran gebundene administrative Aufwand mit recht praxisferner Kontrolle und Nachweispflicht ist für den Mittelhof als eher kleinen Standort, welcher der idealen Schulessen-Vergabe entspricht, ungerechtfertigt groß, sodass derartige Essens-Projekte wenig Zukunft zu haben scheinen. Dabei behält der Verein mit seinem Catering steht´s diejenigen Einrichtungen für Kooperationen im Blick, die soziales Verständnis mitbringen – wie „1Ha Zukunft“ in Ludwigsfelde, Bildungsträger für das Verstehen, Gestalten und Erleben von klimagerechter Ernährung, oder die Domäne Dahlem mit ihrem Programm „Vom Acker auf den Teller“.

Aktuell hat sich im Garten des Stadtteilzentrum Villa Mittelhof einiges getan: Das sogenannte Bahnwärterhäuschen, vor 30 Jahren Projektstätte für den „Werkstattknast“, ist frisch saniert und bietet hellen Aktionsraum. Bei den Renovierungsarbeiten kamen unter der alten Tapete noch etliche aussagekräftige Arbeiten aus dieser Projektzeit ans Licht. Handlungsbedarf auf Spendenbasis besteht indessen weiterhin für den Spielplatz, damit er überholt und modernisiert werden kann. Zwar sind bereits über 20.000  Euro zusammengekommen, doch jeder Euro mehr bedeutet ein weiteres Kinderlachen. Und wer die Villa Mittelhof nun kennenlernen möchte, kann das entspannt bei der belieb ten „Die schöne Villa-Party“ am 28. März von 19.30-23 Uhr. Gute Laune bei „Let´s Dance“ und 70er-Jahre-Music ist garantiert. Näheres unter Tel. 03080 19 75 39. Das umfangreiche MittelhofProgramm mit allen Angeboten ist in der Villa Mittelhof, in den Stadtteilzentren und beim Bezirksamt erhältlich. Ehrenamtliches Engagement und gute Ideen sind im Mittelhof e. V. stets willkommen. Angebote unter www.mittelhof. org/angebote/ Informationen und Kontakt unter www.mittelhof.org� ◾ � Jacqueline Lorenz Spendenkonto Mittelhof e. V. SozialBank IBAN: DE25 3702 0500 0003 1128 00

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KNAUER baut Logistikturm

Ausbau und neue Produkte für den internationalen Markt

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er Berliner Laborgerätehersteller KNAUER Wissenschaftliche Geräte GmbH investiert am Standort Hegauer Weg in Zehlendorf in den Ausbau seiner Produktionsstätte. Das Unternehmen plant, durch ein neues Logistikzen d Kin

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Rohbau des Logistikturms am Hegauer Weg 38 in Zehlendorf. � Foto: KNAUER

trum und einen automatisierten Lagerturm die Effizienz und Produktionskapazität zu steigern. Die Bauarbeiten für den Lagerturm, die bereits im letzten Jahr begonnen haben, sollen Ende März abgeschlossen sein. Neben den Investitionen in die Infrastruktur setzt KNAUER auch auf Produktinnovationen. Neu auf den Markt kommen ein Fraktionssammler für Flüssigkeitschromatografie-Systeme und ein Oligonukleotid-Synthesizer für die Herstellung von Nukleotidketten. Das Unternehmen legt Wert auf Nachhaltigkeit und konnte im Nachhaltigkeitsrating „ecovadis“ eine Silber-Bewertung erzielen. KNAUER Wissenschaftliche Geräte GmbH (www. knauer.net) entwickelt und fertigt seit über 60 Jahren Laborinstrumente in Zehlendorf und vertreibt diese in über 70 Länder.� ◾

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Gesundheit& Schlachtensee Journal Nikolassee

Die US-Army in Wannsee im Jahr 1945

Haus der Wannsee-Konferenz sucht Zeitzeugenberichte und Bildmaterial

Das Haus der Wannsee-Konferenz plant eine Ausstellung über die US-Army in Wannsee.

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nlässlich des 80. Jahrestags der Befreiung plant das Haus der WannseeKonferenz für Juni 2025 eine Ausstellung über die Präsenz der US-Army in Wannsee im Jahr 1945. Gesucht werden in diesem Zusammenhang Erinnerungen und Bildmaterial von Berlinerinnen und Berlinern, die diese Zeit unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg erlebt haben. Das Museum ist besonders an Informationen über die Stationierung der US-Army im Haus der Wannsee-Konferenz und der

näheren Umgebung im Sommer 1945 interessiert. Konkret werden Bilder, Berichte und persönliche Erinnerungen gesucht, die sich auf Begegnungen mit den amerikanischen Soldaten in Wannsee beziehen. Dabei sind sowohl eigene Erinnerungen als auch Erzählungen von Eltern oder Großeltern von Interesse. Ein besonderer Fokus liegt auf dem Einsatz ehemaliger jüdischer Deutscher in den Reihen der US-Armee. Diese hatten nach ihrer Vertreibung aus Deutschland in den USA Zu flucht gefunden und kehrten nun als Deutsch sprechende Verhörspezialisten nach Wannsee zurück. Das Haus der WannseeKonferenz sucht Informationen zu einem „Interrogation Camp“ in Wannsee, das sich vermutlich in der Königstraße, zwischen Kyllmannstraße und Endestraße, befand und in dem Kriegsgefangene und Kriegsverbrecher verhört wurden. Hinweise und Rückmeldungen können per E-Mail an sammelaufruf@ghwk.de gesendet werden. ◾

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