Wort der Bezirksbürgermeisterin
Steglitz-Zehlendorf Februar 2026

Erschienen in Gazette Steglitz und Zehlendorf Februar 2026

Liebe Leserinnen und Leser,
der Jahresbeginn hat unseren Bezirk vor eine Bewährungsprobe gestellt. In mehreren Ortsteilen von Steglitz-Zehlendorf kam es durch einen Anschlag zu einem unerwarteten und mehrtägigen Ausfall der Strom- und Heizungsversorgung. Viele Menschen in Lichterfelde, Zehlendorf, Schlachtensee, Nikolassee und Wannsee waren davon betroffen – plötzlich, ohne Vorwarnung und mit teils gravierenden Einschränkungen für den Alltag, die Gesundheit und das Sicherheitsgefühl.
Die kritische Infrastruktur konnte erst nach über 100 Stunden flächendeckend wieder stabil und funktionsfähig hergestellt werden. Dieser Vorfall hat uns eindrücklich vor Augen geführt, wie verletzlich moderne Lebenswirklichkeit sein kann und zugleich, wie unsere Gemeinschaft zusammensteht, wenn es darauf ankommt.

Der Bürgersaal des Rathauses Zehlendorf sowie Sporthallen, die kurzfristig zu Notunterkünften umfunktioniert wurden, boten Schutz, Wärme und Orientierung. Täglich fanden dort mehrere hundert Menschen einen Ort zum Aufwärmen, zum Austausch und zum Innehalten. Es wurden warme Mahlzeiten ausgegeben, Strom und Wärme zur Verfügung gestellt. Viele haben in diesen Tagen erlebt, wie wertvoll einfache, verlässliche Strukturen sind und wie viel Halt sie geben können.
Ich danke von Herzen allen, die sich in dieser Zeit engagiert haben: den Mitarbeitenden des Bezirksamtes, den Hilfsorganisationen, der Bundeswehr, zahlreichen zivilgesellschaftlichen Initiativen, Kirchengemeinden, Sportvereinen, Unternehmen sowie unseren Nachbargemeinden und Partnerkommunen, die uns schnell und unbürokratisch unterstützt haben. Ebenso möchte ich aber auch den Berliner Bezirken danken, die uns nicht nur personell entlastet haben. Dieses Miteinander über Zuständigkeitsgrenzen hinweg war ein starkes Zeichen gelebter Solidarität.
Krisen sind stets mit Herausforderungen verbunden, aus denen wir kontinuierlich lernen. Wir werden die Abläufe sorgfältig auswerten, um unsere Strukturen weiter zu verbessern und den Katastrophenschutz in Bezirk und Land nachhaltig zu stärken.
Viele Menschen haben private Schlafplätze angeboten, Wärmestuben eingerichtet, einander unterstützt, nachbarschaftliche Fürsorge gezeigt und aufeinander geachtet. In der Kälte wurde spürbar, wie warm Solidarität sein kann. Steglitz-Zehlendorf hat bewiesen, dass Zusammenhalt nicht nur ein Wort ist, sondern eine gelebte Haltung. Dafür danke ich Ihnen.
Ihre
Maren Schellenberg
Bezirksbürgermeisterin

