Gazette Verbrauchermagazin

1001 Nacht mit „Nefertari“

Orientalischer Tanz im Maria-Rimkus-Haus

Nefertari mit Maskottchen „Jule“.
Nefertari mit Maskottchen „Jule“.
Erschienen in Gazette Steglitz Januar 2020
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Jeden Mittwoch ab 17.30 Uhr hallen orientalische Klänge durch die Räume der Senioren-Freizeitstätte Maria-Rimkus-Haus an der Lankwitzer Gallwitzallee 53.

Rund zehn Teilnehmerinnen im Alter zwischen 9 und 74 Jahren lassen dann für eine Stunde im Orientalischen Tanzkurs „Nefertari“ nach Gisela Altintas Choreografie die Ketten rasseln, Schleier schweben oder Schwerter blitzen.

Mit kreisenden Hüftbewegungen und überwiegend bauchfreien Kostümen erinnern sie damit an die traditionellen Tänze des alten Ägyptens und der arabischen Welt – und gleichzeitig an Nefertari Meritenmut, die „Große königliche Gemahlin“ des Königs (Pharaos) Ramses II. im Neuen Reich, 19. Dynastie († um 1255 v. Chr.).

Was im Volksmund weitläufig als „Bauchtanz“ bezeichnet wird, besitzt viele Facetten, hat indigene Einflüsse wie indische, afrikanische und arabische erfahren und besteht aus komplexen Tanzfiguren, die es im Kurs zu präzisieren gilt. Doch dabei kommt der Spaß nie zu kurz. Seele und Körper profitieren von dem schweißtreibenden Tanz, der als wichtiger Kulturträger für die Hobby-Tänzerinnen ebenso gesundes Ganzkörpertraining bietet wie Beanspruchung des Geistes – als generationenübergreifende Freizeitgestaltung für Frauen.

„Nefertari“ ist Mitglied im Dachverband Steglitz-Zehlendorfer Seniorenvereinigungen und kann so außerhalb der offiziellen Öffnungszeiten einen Raum des Maria-Rimkus-Haus kostenfrei zum Training nutzen.

Orientalischer Frauentanz mit Tradition und Sinnlichkeit

Ein farbenfrohes Bild bietet sich dem Zuschauer: Nicht nur bei Auftritten, auch während des wöchentlichen Trainings glitzern und funkeln die selbstgenähten Kostüme der Tänzerinnen und vermitteln ein ganz eigenes Körpergefühl. Bei der Anfertigung leistet Gisela Altintas immer wieder unverzichtbare Unterstützung: Hunderte Pailletten werden von ihr da zu traumhaftem Oberteil vernäht, zarte Stoffe mit Perlen bestickt. „Jede von uns besitzt etwa 6-7 Kostüme“, verrät eine Tänzerin. Dazu kommen noch die Requisiten für die einzelnen Fantasietänze: Unverzichtbar sind für den Feder-Tanz Boas oder für den Stock-Tanz die Stöcke. „Schwer wiegender“ die Requisiten für den Kronleuchter-Tanz, bei dem Kronleuchter den Kopf einer jeden Tänzerin schmücken. Besonders beliebt bei der Gruppe und daher häufiger getanzt ist der Isis-Tanz, den schwingende Schleier begleiten.

Professionelles Wiegen des Körpers, schwingen in den Hüften, vielfältige Arm- und Handhaltungen und Fußstellungen erfordern konsequentes Training, um den orientalischen Tanz flüssig erscheinen zu lassen. Gewollt, dass der Bauch immer wieder ins Blickfeld gerückt wird. „Der bildet sich durch das Bauchmuskel-Training dabei von ganz alleine“, lacht eine Tänzerin, „und das ein oder andere Stückchen Schokolade leistet als Pausensnack Hilfestellung.“

Unbestritten ist die ganzheitlich positive Wirkung der orientalischen komplexen Tanzform auf Körper und Seele: Tieferliegende Muskeln werden durch die gezielt ausgeführten isolierten Bewegungen einzelner Körperpartien gekräftigt, einzelne Körperregionen gelockert ohne sie zu erschöpfen, besseres Körperempfinden führt zu mehr Lebensfreude und stärkerem Selbstbewusstsein.

Gemeinsam für den orientalischen Tanz und mehr

Gisela Altintas ist schon viele Jahre in Sachen orientalischer Tanz unterwegs: 1984 verließ die gelernte Altenpflegerin die DDR. „Von da an habe ich mein Hobby zum Beruf gemacht“, erklärt die aus Leipzig stammende heutige Tanzlehrerin, die sich umfangreich im orientalischen Tanz hatte ausbilden lassen. Sie arbeitete nach der Ausbildung als Dozentin für orientalischen Tanz jahrelang an der Volkshochschule Schöneberg. Über 25 Jahre tanzen einige der Teilnehmerinnen schon bei ihr, inzwischen im Maria-Rimkus-Haus.

„Eigentlich machen wir alles gemeinsam“, lacht Gisela, „von der Geburtstags- bis zur Weihnachtsfeier.“ Und auch an so manch andere gemeinsame Unternehmungen erinnern sich die Frauen gerne, bleiben dabei aber für „Neuzugänge“ ihrer lebendigen Tanzgruppe stets aufgeschlossen.

Hermine ist mit 9 Jahren die jüngste Teilnehmerin der Tanzgruppe. Seit einem Vierteljahr ist sie dabei, gemeinsam mit ihrer Mutter Jeanette, die vor einem Dreivierteljahr dazukam. Hermine will weitertanzen, das erste eigene Kostüm wird von ihr heiß erwartet:„Nach Weihnachten werde ich es wohl bekommen“, strahlt sie.

Für ihren Kurs nehmen einige Teilnehmerinnen weitere Anfahrten auf sich. Sie kommen aus Blankenfelde, Schönefeld, Lichtenrade. Aber auch aus Steglitz-Zehlendorf sind Tänzerinnen dabei – und Maskottchen Jule. Der Basset Hound zieht es jedoch vor, während des Trainings neben der Tanzfläche ein Nickerchen zu halten, dürften ihm doch die geschmeidigen Bewegungen ob seiner Statur kaum gelingen.

Auch wenn das Training noch so viel Spaß macht: Die Gruppe wünscht sich mehr Auftritte. „Früher haben wir beim „Karneval der Kulturen“ getanzt, hatten da aber noch Sponsoren“, erklärt Gisela und hofft auf neue Angebote.

Nefertari kann man auf Seniorenveranstaltungen im Bezirk sehen: Am 17. März 2020 in der Villa des Kommunikationszentrum Ostpreußendamm 52 und am 16. Juni 2020 in einer Abendveranstaltung um 18 Uhr im Maria-Rimkus-Haus. Auch ein Faschingsauftritt ist geplant, Infos unter Telefon 0152 159 99 66.

Eine Webseite zur besseren Sichtbarmachung der Tanzgruppe Nefertari ist in Arbeit.

Kursinteressentinnen- oder Auftritt-Anfragen bei Gisela Altintas unter Telefon 0176 74 78 06 46 oder E-Mail gisela.altintas@gmx.de

Jacqueline Lorenz

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