Gazette Verbrauchermagazin

Wort der Bezirksbürgermeisterin

Tempelhof-Schöneberg Februar 2020

Erschienen in Gazette Schöneberg & Friedenau Februar 2020
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Evangelisches Seniorenheim
Angelika Schöttler
Angelika Schöttler. Foto: Photo Huber

Liebe Leser_innen,

nach dem milden Januar bin ich gespannt, ob uns der Februar noch ein bisschen Winter bringt. Unternehmen kann man im Bezirk in jedem Falle viel – draußen wie drinnen.

App zu den „Orten des Erinnerns“ erschienen

Kennen Sie das Flächendenkmal „Orte des Erinnerns“ im Bayerischen Viertel, das an den systematischen Entrechtungsprozess der jüdischen Bevölkerung in der NS-Zeit erinnert? Dieses von den Künstler_innen Renata Stih und Frieder Schnock 1993 geschaffene Denkmal besteht aus 80 Schildern, die an Lampenmasten angebracht sind. Auf den Schildern befindet sich auf der einen Seite ein Bildmotiv und auf der anderen Seite ein Text zu den antijüdischen Gesetzen und Verordnungen aus den Jahren 1933 bis 1945. Die Konfrontation mit der Geschichte ist hier sehr direkt und regt zum Nachdenken an. Das Bayerische Viertel wurde früher auch „jüdische Schweiz“ genannt, weil hier viele Jüdinnen und Juden gelebt haben. Ich erinnere zum Beispiel an Albert Einstein, Hannah Arendt und Gertrud Kolmar. Jetzt gibt es die Möglichkeit, dieses Flächendenkmal auf einer App kennenzulernen. Zurzeit ist die App auf Apple-Geräten in den Sprachen Deutsch, Englisch, Französisch und Hebräisch verfügbar. Demnächst wird sie dann auch auf Android-Geräten und in noch mehr Sprachen zu finden sein. Die Texte begleiten Sie beim Gang durch das Bayerische Viertel. Sie können sie aber auch unabhängig vom Ort aufrufen.

Ich bin erfreut, dass wir mit der mehrsprachigen App „Orte des Erinnerns“ den Wirkungskreis des Denkmals international erweitern können und dieses wichtige Geschichtsthema an die jüngere Generation herantragen können.

Finanziert wurde die App aus Zuschüssen für besondere touristische Projekte der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe.

Das Café Haberland ist wieder geöffnet

Und wenn Sie im Schöneberger Kiez unterwegs sind, bietet sich unter anderem ein Besuch des wiedereröffneten Café Haberland am U-Bahnhof Bayerischer Platz an. Auch hier können Sie der Geschichte nachspüren. Ich freue mich, dass mit der Wiedereröffnung auch wieder ein zentraler Veranstaltungsort zur Verfügung steht.

Das Café wurde umgebaut und bietet schwäbische Küche. Auch das zeithistorische Portal ist nun wieder zugänglich. Es bietet Informationen zur Geschichte des Quartiers. In Kurzfilmen, Lebenszeugnissen und Berichten begegnen Ihnen bekannte und weniger bekannte Bewohnerinnen und Bewohner des Viertels. Die Mitglieder des Vereins „Quartier Bayerischer Platz“ sind regelmäßig von 11.30 bis 17.30 Uhr vor Ort und können kompetent Auskunft zur Geschichte des Viertels geben.

Infos: www.quartierbayerischerplatz.de/cafe-haberland/programm-2020/

64. Kiezspaziergang

Wahrscheinlich wird uns auch unser gemeinsamer Kiezspaziergang am 15. Februar, zu dem ich Sie herzlich einlade, zum Bayerischen Platz führen. In jedem Fall werden wir die Hochschule für Wirtschaft und Recht (HWR) in der Badenschen Straße besichtigen. Dort ist im November letzten Jahres eine Gedenktafel gut sichtbar im Foyer zur Erinnerung an die Kriegsgefangenen des NS-Regimes aufgestellt worden. Viele wissen nicht, dass sich an diesem Standort die Abteilung Kriegsgefangenenwesen des Oberkommandos der Wehrmacht befunden hat. Auch wenn es zwischen der Hochschule und den Einrichtungen des NS-Staates keine institutionelle Verbindung gibt, war es dem Präsidenten der HWR, Prof. Dr. Zaby wichtig, dass die Studierenden erfahren, was hier während der Nazizeit geschah. Auch ich finde es richtig, dass dieses Kapitel der Geschichte beleuchtet und aufgearbeitet wird. Ich war bei der Einweihung der Tafel dabei und von der Fülle an Informationen beeindruckt. Wir brauchen diese Erinnerungsorte als Bestandteil unserer Gedenkkultur und um das kollektive Schweigen zu brechen. Kommen Sie also mit Ihren Familien und Freunden mit zum Kiezspaziergang mit dem Thema „Hochschulstandort Schöneberg“.

Der Kiezspaziergang ist wie immer kostenfrei – eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Termin: Sonnabend, den 15. Februar 2020 von 14 bis 16 Uhr

Treffpunkt: 10825 Berlin, Badensche Straße 52

Infos: www.berlin.de/ba-tempelhof-schoeneberg/kiezspaziergang/

Nachbarschaftsfest – Sie sind gefragt!

Im Mai letzten Jahres ging es beim Nachbarschaftsfest vor dem Rathaus Schöneberg und in der Freiherr-vom-Stein-Straße bunt, musikalisch und informativ zu. Alle sind gekommen und es gab für Jung und Alt viel Spaß.

Und so soll es auch dieses Jahr am 30. Mai von 12 bis 19 Uhr wieder werden.

Hierfür nehmen wir gerne schon jetzt Ihre Ideen und Standanmeldungen entgegen. Für alle Teilnehmenden, die keine eigenen Stände mitbringen, wird das Bezirksamt zentral Marktstände bestellen. Wir freuen uns über Anmeldungen von Vereinen, Organisationen und Freizeiteinrichtungen, die ganzjährig gemeinnützig agieren oder in einer direkten Kooperation mit dem Bezirksamt stehen.

Die Anmeldungen werden noch bis zum 15. April 2020 entgegengenommen.

Infos: www.berlin.de/ba-ts/nachbarschaftsfest , Telefon (030) 90277-6390.

Ich freue mich wie immer auf Ihre Teilnahme!

 

Herzlichst Ihre
Angelika Schöttler, Bezirksbürgermeisterin
Tempelhof-Schöneberg

Titelbild

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