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Die „Schlange“ ist in die Jahre gekommen

degewo prüft Sanierung des Baudenkmals

Der Wohnkomplex Autobahnüberbauung Schlangenbader Straße soll saniert werden. Foto: Jens Rötzsch
Der Wohnkomplex Autobahnüberbauung Schlangenbader Straße soll saniert werden. Foto: Jens Rötzsch
Erschienen in Gazette Wilmersdorf September 2020
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Der weithin als „Schlange“ bezeichnete Wohnkomplex an der Schlangenbader Straße in Wilmersdorf ist nach dem Erstbezug 1980 in die Jahre gekommen. Die degewo hat deshalb einen Planungsprozess gestartet, um zu prüfen, ob eine Sanierung des Hauptgebäudes der „Schlange“ erforderlich ist. Dafür hat das Unternehmen jetzt die Projektsteuerung öffentlich ausgeschrieben. Frühester Baustart wäre im Falle einer positiven Evaluierung im Jahr 2024.

„Wir sind uns der Bedeutung dieses besonderen Gebäudes und der Verantwortung für unsere Mieterinnen und Mieter in der Schlange bewusst. Deshalb wollen wir uns hier sehr gründlich vorbereiten“, sagt degewo-Vorstandsmitglied Sandra Wehrmann. Das Hauptgebäude der „Schlange“ überspannt die Schlangenbader Straße mit einer Länge von 600 Metern. Es ist das Zuhause von rund 3.000 Mieterinnen und Mietern in 1.215 Wohnungen. Ein Sanierungsprojekt dieser Größenordnung muss von einem erfahrenen Projektsteuerer in einem ersten Schritt vorgedacht und aufbereitet werden. Das Ergebnis bildet die Grundlage für Entscheidung, ob die Sanierung gestartet wird. Hiermit wird bis zum Beginn der zweiten Jahreshälfte 2021 gerechnet.

Über diese Ausschreibung hat die degewo bereits in einem ersten Brief ihre Mieterinnen und Mieter in der Schlangenbader Straße informiert. Auch die Vertreter aller politischen Parteien im Berliner Abgeordnetenhaus und der Bezirksversammlung Charlottenburg-Wilmersdorf werden über die Ausschreibung in Kenntnis gesetzt.

Die „Schlange“ im Überblick

1970 – 1971: Beginn des Autobahnbaus A 104 (südlicher Abzweig für A 100) und Beginn der Planung der „Autobahnüberbauung Schlangenbader Straße“ durch die Architekten Georg Heinrichs, Gerhard und Klaus Krebs

1976 – 1980: Errichtung des Wohnkomplexes mit Haupt- und Nebengebäuden im Auftrag der degewo (insgesamt rd. 1.800 Wohnungen, 28 Gewerbeeinheiten, ein Tiefgaragendeck mit 760 Stellplätzen); Das Hauptgebäude ist 600 Meter lang, rund 47 Meter hoch und hat 14 Geschosse, Baukosten: 400 Millionen DM.

1980 – 1981: Erstbezug der Wohnanlage

2002: Verleihung des Renault Traffic Future Award (Auszeichnung für Bauwerke im Bereich Verkehrswesen, Schirmherr: Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung)

2017: Denkmalstatus für die „Schlange“

2020: Start des Planungsprozesses für eine Entscheidung über die Sanierung der „Schlange“

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