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Rote Karte für den Investor

Die Bürgerinitiative Kranoldplatz kämpft weiter um ihren Kiez

Foto: Rainer Frohloff
Foto: Rainer Frohloff
Erschienen in Lichterfelde Ost Journal Oktober/November 2020
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Viele Einzelhandelsgeschäfte, die so in der Stadt immer weniger werden, bezahlbare Mieten, zwei gut besuchte Wochenmärkte – das ist der Kiez rund um den Kranoldplatz. Fast jedenfalls. Denn seitdem ein großer Investor mehrere Häuser am Platz erworben hat, sind die Veränderungen sichtbar. Den Händlern vom privaten Ferdinandmarkt wurde zum 30. September von dem neuen Eigentümer HGHI gekündigt. Einige von ihnen können nun auf dem bezirkseigenen Kranoldmarkt ihre Waren anbieten. Für die Fläche des seit über 100 Jahren bestehenden Ferdinandmarkts sind ein Drogeriemarkt und ein Lebensmittelanbieter im Gespräch. Schon jetzt sind Veränderungen zu beobachten. Mieten steigen, Fachgeschäfte werden weniger.

Die Bürgerinitiative Kranoldplatz will diese Entwicklung aufhalten. Sie macht die Entwicklung im Kiez um den Kranoldplatz öffentlich und startet Aktionen, um den Kiez in seiner bisherigen Form weitgehend zu erhalten. Zu ihrem Anliegen gehört der Erhalt bezahlbarer Mieten und eine Beteiligungsmöglichkeit für Anwohner an Vorhaben, die zu Veränderungen im Kiez führen.

Am 5. September übergaben Mitglieder der Bürgerinitiative dem Investor symbolisch über 3900 gesammelte Unterschriften gegen die Schließung des Ferdinandmarktes. Zudem wurden Rote Karten mit der Aufschrift „Ferdinandmarkt ade, nee“ verteilt. Diese konnten an HGHI geschickt oder auch im Fenster platziert werden.

Die Bezirkspolitik plant, einen Standortmanager, ähnlich wie bei der Ladenstraße Onkel Toms Hütte einzusetzen. Auch eine Vergrößerung der Fläche des Kranoldmarkts ist für den Bezirk denkbar. Weitere Informationen unter www.kranoldkiez-lichterfelde.de .

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