Gazette Verbrauchermagazin DIN-A4-Bezirks-Magazine DIN-A5-Ortsteil-Journale

Max Liebermann und Paul Klee

Bilder von Gärten in der Villa Liebermann

Max Liebermann: Der Nutzgarten in Wannsee nach Westen, auf dem Weg eine Gärtnerin, 1924 Kunstsammlung Zwickau. Foto: Fotoatelier Lorenz, Zschorlau
Max Liebermann: Der Nutzgarten in Wannsee nach Westen, auf dem Weg eine Gärtnerin, 1924 Kunstsammlung Zwickau. Foto: Fotoatelier Lorenz, Zschorlau
Erschienen in Wannsee Journal Juni/Juli 2018

Max Liebermann schuf über 200 Gemälde nach Motiven aus seinem eigenen Garten. Die mit pastosem, impressionistischem Strich gemalten Werke prägen das Spätwerk des Künstlers. Anders als der langjährige Präsident der Berliner Secession glaubte, stellte der Impressionismus allerdings keineswegs den Endpunkt der künstlerischen Entwicklung dar. Zeitgleich zu seinem Spätwerk definierten moderne Künstler das Thema Garten neu.

Natur als Inspirationsquelle

Insbesondere für Paul Klee war die Natur ein entscheidender Ausgangspunkt seiner Kunst. Schon der elterliche Garten war für ihn Inspirationsquelle und Rückzugsort. Hier beobachtete er als Jugendlicher die Pflanzen und zeichnete sie. Auf Wanderungen skizzierte er Blumen und parkähnliche Landschaften. Doch schon bald genügte ihm die Darstellung ihrer optischen Erscheinungsformen nicht mehr und er wandte sich, um ihr Inneres zu erfassen, der abstrakten Bildkomposition zu, in der das Gegenständliche nur noch zeichenhaft aufleuchtet. Klees Garten-Bilder werden zu abstrakt gebauten Bildkompositionen, in denen geometrische Formen mit zeichenhaften Setzungen verbunden sind, die als schematische Wiedergabe von Pflanzen und Gartenarchitektur zu lesen sind: eine bogenförmige Linie, die ein Gartentor evoziert; parallele Linien, die an Beete oder Wege erinnern, oder stilisierte Baumsilhouetten, die für üppige Vegetation stehen.

Abstraktion und Impressionismus

Zwischen Liebermanns und Klees Gartenbildern liegen Welten: hier Abstraktion, dort impressionistische Form. Umso überraschender ist es, dass beider Werke aus ein und derselben Zeit stammen, aus der Zeit zwischen 1915 und 1935. Die Ausstellung „Max Liebermann und Paul Klee – Bilder von Gärten“ stellt die Gartenbilder der beiden Künstler gegenüber und macht die spezifischen Formensprachen der beiden Künstler in ihrer Auseinandersetzung mit ihren Gärten erkennbar. Beide Künstler stehen sich über das bloße Thema hinaus bei den gegenständlichen Bildelementen und in der Fundierung ihrer ästhetischen Überlegungen nahe. So definieren beide das Thema Garten durch dieselben gegenständlichen Bildelemente (Beete, Tore, Bäume, Mauern) und verstehenden ihn als architektonisch gestaltete Natur. Beide Künstler beziehen sich darüber hinaus bei der Erläuterung ihrer künstlerischen Form auf die Schriften Goethes und gehen durchaus von einem ähnlichen Naturbegriff aus.

Ausstellung Max Liebermann und Paul Klee

10. Juni bis 17. September 2018

Täglich außer dienstags 10 bis 18 Uhr, an Feiertagen geöffnet

Liebermann-Villa, Colomierstr. 3, 14109 Berlin

© Gazette Verbrauchermagazin GmbH 2019