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Platz erinnert an Lucie Strewe

Zehlendorferin versteckte jüdische Mitbürger

Erschienen in Gazette Zehlendorf Juni 2018
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Lucie Strewe in Shanghai mit ihren Söhnen Elmar (li.) und Odo um 1914. Foto: Sunni Strewe / Lucie-Strewe-Stiftung
Lucie Strewe in Shanghai mit ihren Söhnen Elmar (li.) und Odo um 1914. Foto: Sunni Strewe / Lucie-Strewe-Stiftung

Eine Zehlendorferin, die Leben rettete und ihr eigenes dabei riskierte: Lucie Strewe (1887 – 1981) war eine Stille Heldin. Die Tochter eines Richters wurde in Fulda geboren. 1905 zog sie nach Frankfurt am Main und schloss sich den Sufragetten an. In Frankfurt lernte sie ihren künftigen Ehemann, den Chinaexperten und Redakteur Theodor Strewe kennen. Bis 1919 lebte die Familie in China. Später zogen sie nach Zehlendorf. Während des Zweiten Weltkrieges versteckte sie jüdische Mitbürger in ihrer Wohnung und half ihnen, zu überleben. Für ihren mutigen Einsatz wurde Lucie Strewe 1961 vom Berliner Senat als Unbesungene Heldin gewürdigt.

Sie und ihr couragiertes Handeln dürfen nicht vergessen werden. Deshalb wurde am 18. Mai ein Platz in der Nähe ihres letzten Wohnortes nach ihr benannt: Der Lucie-Strewe-Platz, Fischerhüttenstraße Ecke Busseallee/Sven-Hedin-Straße.

Zu diesem Ereignis waren Verwandte aus ganz Deutschland sowie aus Australien und Neuseeland angereist. Auf dem Platz lädt eine Sitzbank zum Ausruhen und zum Gespräch ein – ganz im Sinne der Namensgeberin. Denn ihr war es wichtig – so berichtet ihre Enkelin Sunni Strewe – sich mit Menschen auszutauschen. In ihren letzten Lebensjahren hat sie gerne auf einer Parkbank gesessen und mit Passanten geplaudert.

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