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1968 | Berlin-Charlottenburg Zentrum der Revolte

Schauplätze der Studentenbewegung: Open-Air-Ausstellung an der Verkehrskanzel am Joachimsthaler Platz und Fotoausstellung in der Villa Oppenheim

Demonstration gegen den Vietnamkrieg, 21. Oktober 1967 . © Bundesstiftung Aufarbeitung, Klaus Mehner
Demonstration gegen den Vietnamkrieg, 21. Oktober 1967 . © Bundesstiftung Aufarbeitung, Klaus Mehner
Erschienen in Gazette Charlottenburg Juli 2018
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Vor 50 Jahren war Charlottenburg ein Zentrum studentischer Proteste. Wie an kaum einem anderen Ort in West-Berlin hat sich die Studentenrevolte von 1968 derart manifestiert. Viele der damaligen Ereignisse waren kulturgeschichtlich von großer Bedeutung und haben sich tief in das kollektive Gedächtnis einer ganzen Generation eingeprägt.

Der tödliche Schuss eines Polizisten auf den Studenten Benno Ohnesorg nahe der Deutschen Oper während einer Demonstration gegen den Schah-Besuch in Berlin am 2. Juni 1967, die „Vietnamkonferenz“ an der Technischen Universität Berlin am 17. und 18. Februar 1968 sowie das Attentat auf Rudi Dutschke am Kurfürstendamm am 11. April 1968 mit den anschließenden „Osterunruhen“ waren zentral für die deutsche Studentenbewegung jener Zeit. Schauplatz all dieser Ereignisse war Charlottenburg, das Zentrum West-Berlins.

Die Empörung vieler junger Menschen entzündete sich an einer konservativ-bürgerlichen Moral, der nationalsozialistischen Vergangenheit der Elterngeneration sowie dem militärischen Einsatz der USA in Vietnam. Besonders Studentinnen und Studenten begehrten damals gegen die Welt- und Gesellschaftsordnung auf und trugen ihren Protest auf die Straße. Das zuweilen brutale Vorgehen der Polizei gegen die Demonstranten sowie die reißerische Berichterstattung über die Studentenproteste in den Zeitungen des Springer-Verlags verschärften die Situation zusehends.

Unter dem Titel „1968 | Berlin-Charlottenburg. Zentrum der Revolte“ erinnert das Museum Charlottenburg-Wilmersdorf mit zwei Ausstellungen an dieses bewegte Jahr. In der Open-Air-Ausstellung „Schauplätze der Studentenbewegung“ werden einige Ereignisse jener Zeit beleuchtet, die sich in Charlottenburg zugetragen haben. An sechs Litfaßsäulen auf dem Joachimsthaler Platz werden in kurzen Texten in deutscher und englischer Sprache, anhand zahlreicher Abbildungen sowie einer nächtlichen Videoinstallation bedeutsame Schauplätze der Studentenbewegung beleuchtet. Zeitgleich werden in der Ausstellung „Momentaufnahme – Fotografien von Klaus Mehner 1967–1970“ in der Villa Oppenheim über 30 großformatige Aufnahmen präsentiert, die den Blick eines jungen Fotografen auf die einschneidenden Ereignisse jener Jahre offenbaren und das Bild von „Achtundsechzig“ bis heute prägen.

Die Ausstellungen werden von einem Veranstaltungsprogramm in der Villa Oppenheim begleitet, um das Phänomen „68“ in Filmen, Vorträgen und anderen Veranstaltungen weiter ergründen zu können.

1968 | Berlin-Charlottenburg Zentrum der Revolte

Ausstellung vom 7. Juni bis 23. September 2018

Museum Charlottenburg-Wilmersdorf in der Villa Oppenheim

Schloßstraße 55 / Otto-Grüneberg-Weg 14059 Berlin

Dienstag bis Freitag 10–17 Uhr Samstag, Sonntag und Feiertage 11–17 Uhr

www.villa-oppenheim-berlin.de

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