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35 Jahre Saiten-Ensemble Steglitz

Mit Michael Kubik in die nächste Ära

Saiten-Eensemble Steglitz. Foto: SESt
Saiten-Eensemble Steglitz. Foto: SESt
Erschienen in Gazette Steglitz August 2018
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Das 15-köpfige Ensemble – davon sieben Frauen – begeistert mit seinen Zupfinstrumenten Mandoline, Mandola, Bass und Gitarre seit bereits 35 Jahren weit über den Bezirk Steglitz-Zehlendorf hinaus die Musikfreunde:

Nun beginnt eine weitere Ära: Nach 11 Jahren will Walter-Thomas Heyn etwas kürzer treten und hat mit dem Dirigentenstab die Leitung des Ensembles im Mai an Michael Kubik übergeben. Doch auch zukünftig wird der Komponist dem Zupforchester mit musikalischem Rat verbunden bleiben und bei ausgewählten musikalischen Vorträgen, u. a. dem alljährlichen Stabat Mater, den Taktstock wieder nach altbekannter Manier schwingen.

Von Volkslied bis Schlager

Nach ersten Ensemble-Erfahrungen bis 1980 in der Mandolinisten-Vereinigung-Berlin e. V. gründete sich 1983 das Saiten-Ensemble Steglitz unter ihrem damaligen Dirigenten und heutigen Ehrenmitglied Wolfgang Jentzsch, der mit viel Energie und während des Dirigierens Jive-tanzend Schwung in Truppe und Instrumente brachte.

Ihm folgte ans Dirigentenpult 2001 Utz Grimminger, ein Mandola-Spieler des Ensembles. Mit seinem Mut zu Neuem brachte er auch Schlager ins Repertoire.

Den Staffel-Dirigentenstab gab er 2006 an Walther-Thomas Heyn weiter.

Von den einstigen Gründungsmitgliedern ist heute Margareta Vogl die Vorsitzende und Heidemarie Goiny die Geschäftsführerin des Ensemble-Vereins, der Mitglied im Tonkünstlerverband ist.

Wie die meisten Laienmusiker hier, die im Alter zwischen 33 und 78 Jahren sind, beherrscht Heidemarie Goiny alle musikalischen Grundlagen und hat 1953 mit dem Gitarren- und Mandolinenspiel begonnen. „Ohne Notenlesen geht hier nichts“, weiß sie, die spielsicher so manches Solo auf der Mandoline zupft.

Sechs Mandolinen, zwei Mandolen (Tenor-Mandolinen), sechs Gitarren und ein je nach Stück gestrichener oder gezupfter Kontrabass sind im Ensemble für den harmonischen und vollen Klang verantwortlich, der an italienische und manchmal auch russische Volksweisen erinnert, und in dem stets ein Hauch Melancholie mitschwingt.

Ein buntes Repertoire vom Volkslied über Operette, Schlager und Filmmusik bis hin zu kirchenmusikalischen Stücken macht die Vielseitigkeit des Ensembles aus. „Von rund 480 Stücken, die wir spielen, sind etwa 200 abrufbereit“, erklärt Heidi Goiny. Neue Stücke kommen stets hinzu, derzeit ist Karl Jenkins „Palladio“ in Arbeit.

Für die pro Jahr 10-15 überwiegend im Bezirk stattfindenden, öffentlichen oder privat gebuchten Auftritte wird freitags im Probenraum des Bürgertreff im Bahnhof Lichterfelde West geprobt.

Klangvoll in die Zukunft gezupft

So kommt dann auch beim Auftritt vor Senioren im Bürgertreff wenige Tage später viel Freude bei Musikern und Zuhörern auf. Beim Schostakowitsch-Walzer Nr. 2 und bei Strauss wird fröhlich mitgewippt und bei der Kleinen Nachtmusik entspannt. Musikalisch geht´s mit einem Rheinländer-Medley weiter durch die Lande, Station dabei wird mit einer Tarantella in Italien und mit einem Tango in Spanien gemacht.

Michael Kubik findet verbindende Worte, witzig und informativ zugleich. Mit dem Ensemble ist er längst eingespielt; Er, Dirigent und Musiker, der als examinierter staatlicher Musiklehrer reichlich Erfahrung aus Musikschulen, aus der Leitung des Teg´ler Zupforchesters, des Blockflötenorchester Neukölln und des Zitherspielkreis Berlin 1878 mitbringt und selbst als namhafter Dozent für Mandoline u. a. an der „Bundesakademie für musikalische Jugendbildung“ in Tossingen und als Fachbereichsleiter an der Musikschule Reinickendorf lehrte. Im Schlosspark Theater stand Kulik, der zahlreiche Bearbeitungen und Kompositionen für seine Ensemble schrieb, u. a. ebenso auf der Bühne wie in der Deutschen Oper mit dem Radio-Sinfonieorchester Berlin oder in der Philharmonie mit dem RIAS-Jugendorchester und in der Schwartzschen Villa beim Deutschen Tonkünstlerverband.

Im Umgang mit älteren und jüngeren Musikern vertraut, bringt Michael Kubik gute Voraussetzungen mit, um auch den für die musikalische Zukunft des Saiten-Ensemble Steglitz so wichtigen Nachwuchs an die Zupfinstrumente zu holen.

Interessenten sind herzlich willkommen!

Jacqueline Lorenz

Saiten-Ensemble Steglitz

„Kultur in der Natur“: Am 19. August 2018 um 15 Uhr spielt das Steglitzer Zupforchester bei freiem Eintritt auf dem Pfingstberg in Potsdam.

Weitere Termine und Informationen unter www.saitensteg.de

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