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Wort des Bezirksbürgermeisters

Charlottenburg-Wilmersdorf März 2018

Erschienen in Gazette Charlottenburg und Wilmersdorf März 2018
Reinhard Naumann
Reinhard Naumann

Liebe Bürgerinnen und Bürger in Charlottenburg-Wilmersdorf!

Die Durchführung des wichtigen Projektes „Touristische Profilierung der Gedenkregion Charlottenburg-Nord“ hat begonnen. In dem von 1955 bis 1972 entstandenen Neubaugebiet sind fast alle Straßen nach Frauen und Männern des Widerstandes gegen die Nazibarbarei benannt. Übrigens setzte sich seinerzeit Charlottenburg damit gegen die ablehnende Haltung des Senats durch.

Ziel des Projektes ist es, die Gedenkregion Charlottenburg-Nord durch geeignete Maßnahmen und Aktionen stärker in das touristische Bewusstsein zu rücken.

Projekt „Touristische Profilierung der Gedenkregion Charlottenburg-Nord“

Im Herbst letzten Jahres hat auf meine Initiative hin die Wirtschaftsförderung bei der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe Fördermittel aus der City Tax für das o.g. Projekt in Höhe von 40.000 Euro beantragt und erhalten.

Hauptidee ist die Schaffung eines Gedenkweges zwischen der Gedenkstätte Plötzensee und der evangelischen Gedenkkirche Sühne-Christi-Kirche (Toeplerstr./ Halemweg), der katholischen Gedenkkirche Maria Regina Martyrum (Heckerdamm 230) und des evangelischen Gemeindezentrums Plötzensee (Heckerdamm 226). Der Gedenkweg soll ein einheitliches, sichtbares Bindeglied zwischen den einzelnen Gedenkorten in Charlottenburg-Nord sein.

Mittels Informationstafeln und Informationsstelen an den wichtigsten Anlaufstellen sollen die Besucherinnen und Besucher eine Übersicht zu den einzelnen Gedenkorten und zu der Gesamtthematik „Widerstand im Dritten Reich“ erhalten. Durch das Angebot von Übersichtskarten soll die Orientierung in der gesamten Gedenkregion erleichtert werden.

Mit der professionellen Erstellung eines Gesamtkonzeptes auf Basis der Ideensammlung Anfang 2018 sowie mit der Umsetzung erster Maßnahmen im Kalenderjahr 2018 in Absprache mit dem Bezirk sowie Ortsakteuren und wichtigen Institutionen wurde das Berliner Forum für Geschichte und Gegenwart e. V. beauftragt.

Das Projekt ist eine wichtige gesellschaftspolitische Ergänzung des touristischen Angebots im Bezirk jenseits des Kurfürstendamms und Umgebung. Das Engagement der Akteure in der Gedenkregion Charlottenburg-Nord, die alle das Gedenken an den Widerstand im Dritten Reich seit Jahren aktiv wahrnehmen, wird bisher zu wenig öffentlich wahrgenommen und gewürdigt, obwohl sehr viel geleistet wird. Die nördliche Peripherie des Bezirks touristisch stärker zu profilieren, ist mir ein persönliches Anliegen. Ich freue mich sehr, diesen auch vor Ort schon länger bestehenden Wunsch nun gezielt im Sinne des neuen vom Senat beschlossenen nachhaltigen Tourismuskonzepts erfüllen zu können.

Equal Pay Day – 17. März 2018

Wir werden am Equal Pay Day alljährlich daran erinnert, dass in Deutschland die Frauen noch immer wesentlich schlechter bezahlt werden. Ein Entgeltgleichheitsgesetz lässt auf sich warten! Unter dem Motto „Spiel mit offenen Karten: Was verdienen Frauen und Männer?“ startet das Bezirksamt in diesem Jahr wieder die Equal-Pay-Kampagne. Damit soll auf die immer noch bestehenden Lohnunterschiede zwischen Frauen und Männern hingewiesen werden. Aktuell verdienen Frauen im Durchschnitt 21 Prozent weniger als Männer. Die Lohndiskriminierung bleibt damit ein aktuelles Thema.

Am 15. März um 15 Uhr wird die Fahne des Equal Pay Day vor dem Rathaus aufgezogen. Denn erst der 18. März 2018 markiert den Tag, bis zu dem Frauen länger arbeiten müssen, um das gleiche Gehalt wie ein Mann am 31. Dezember des Vorjahres zu erzielen. Das heißt, dass eine Frau 15 Monate arbeiten muss, um das Jahresgehalt eines Mannes zu verdienen. Im europäischen Vergleich nimmt Deutschland weiterhin einen der hinteren Ränge ein.

Gemeinsam mit unserer neuen Gleichstellungsbeauftragten Katrin Lück habe ich wieder Geschäfte, Restaurants, Cafés und andere Einrichtungen aufgerufen, Kundinnen am 17. März 21 Prozent Rabatt auf Waren und Dienstleistungen zu gewähren und sich damit an der Kampagne zu beteiligen. Auf unserer Internetseite www.charlottenburg-wilmersdorf.de werden alle teilnehmenden Unternehmen veröffentlicht.

Kiezspaziergang

Zu unserem nächsten Kiezspaziergang treffen wir uns am Samstag, dem 10. März, um 14 Uhr vor dem ehemaligen Rathaus Wilmersdorf am Fehrbelliner Platz und gehen von dort zum Leon-Jessel-Platz. Traditionell beschäftigt sich der Spaziergang im März mit den Frauen in unserem Bezirk. Daher wird eine weitere Station das Unternehmerinnen-Centrum West – UCW – in der Sigmaringer Straße 1, sein, wo wir von der Gleichstellungsbeauftragten und der Vorstandsvorsitzenden des UCW mit heißem Tee empfangen werden. Dort befindet sich auch das Atelierhaus, in dem zahlreiche Künstler und Künstlerinnen kreativ tätig sind. Wir gehen dann an der Feuerwache Wilmersdorf und dem Goethe-Gymnasium vorbei, bevor wir in die Uhlandstraße einbiegen. Enden wird der Kiezspaziergang an der ehemaligen Revierunterkunft im Volkspark Wilmersdorf, wo ein Begegnungszentrum mit integrationsfachlicher Ausrichtung und vielen Angeboten entsteht. Hier wird uns der Vorstandsvorsitzende von Nachbarschafft e. V., der den Betrieb übertragen bekommen hat, empfangen und uns die Nutzungspläne vorstellen.

Die Teilnahme ist wie immer kostenfrei. Alle Interessierten sind willkommen. Informationen über die bisherigen Kiezspaziergänge finden Sie im Internet unter www.kiezspaziergaenge.de .

Für Ihre Anregungen, Lob und Kritik bin ich für Sie erreichbar unter naumann@charlottenburg-wilmersdorf.de .

Ihr
Reinhard Naumann
Bezirksbürgermeister

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