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Wort des Bezirksbürgermeisters

Charlottenburg-Wilmersdorf Mai 2018

Erschienen in Gazette Charlottenburg und Wilmersdorf Mai 2018
Reinhard Naumann
Reinhard Naumann

Liebe Bürgerinnen und Bürger in Charlottenburg-Wilmersdorf!

Noch vor wenigen Monaten endete ein Spaziergang auf der Hertzallee vom Bahnhof Zoo kommend an der Fasanenstraße an einer Schranke. Fußgänger, die keinen Bezug zu den anliegenden Universitäten UdK und TU Berlin hatten, fühlten sich hier nicht eingeladen, den Universitätscampus zu betreten. Dies hat sich nun endlich geändert: Der Campus Charlottenburg hat sich an dieser Stelle zur Stadt hin geöffnet und wurde somit aus dem bisherigen „Dornröschenschlaf“ wachgeküsst.

Neugestaltete verlängerte Hertzallee

In einem ersten Bauabschnitt wurde der Eingangsbereich an der Fasanenstraße bis zur Wegekreuzung in Höhe der TU-Mensa des Studierendenwerk Berlins umgestaltet. Die ehemalige Kurfürstenallee verläuft über den Campus Charlottenburg und verbindet den Ernst-Reuter-Platz über die Fasanenstraße und Hertzallee mit dem Hardenbergplatz/Bahnhof Zoo. Die historische Verbindung ist durch die Neugestaltung nun wieder in einem ersten Abschnitt erlebbar, Aufenthalts-, Ruhe- und Spielbereiche beleben den Weg. Am Ernst-Reuter-Platz wird sich die TU mit dem neuen Zugang zum Gründungszentrum und einem Café zum Platz öffnen. Die neue gestaltete Hertzallee wird somit zur wichtigen Wegeverbindung zwischen öffentlichem Nahverkehr, Bibliothek, Mensa und Instituten.

Bürgermedaille: Vorschläge erwünscht

Seit 1988 wird vom Bezirksamt für herausragende Verdienste um den Bezirk die Bürgermedaille verliehen. Jede Bürgerin und jeder Bürger kann Vorschläge machen und Personen benennen, die für ihr besonderes Engagement mit einer Bürgermedaille geehrt werden sollten. Die Bürgermedaillen werden seit 2001 traditionell am Bezirkstag am 19. Oktober verliehen.

Begründete Vorschläge können ab sofort bis zum 31. August dieses Jahres schriftlich eingereicht werden an das Büro des Bezirksbürgermeisters, Otto-Suhr-Allee 100, 10585 Berlin.

Nähere Informationen, darunter auch die Liste der bisher Geehrten, sind im Internet unter www.buergermedaille.charlottenburg-wilmersdorf.de zu finden.

70 Jahre Israel

Am 14. Mai jährt sich die Staatsgründung Israels zum 70. Mal. In vielen Städten wird rund um dieses Datum der „Israeltag“ gefeiert. In Berlin feiern wir den Israeltag am 4. Mai von 15 bis 19 Uhr auf dem Gendarmenmarkt. Die Schirmherrschaft haben der Regierende Bürgermeister von Berlin, Michael Müller, und der Botschafter des Staates Israel in Deutschland, Jeremy Issacharoff, übernommen.

Gemeinsam mit meinen Kollegen aus den Bezirken Neukölln, Pankow, Mitte und Tempelhof-Schöneberg werde ich um 16 Uhr an einer Gesprächsrunde zum Thema Städtepartnerschaften teilnehmen.

Seit 1966 pflegt unser Bezirk mit Or-Yehuda und seit 1985 mit Karmiel partnerschaftliche Beziehungen.

Gedenken an Dr. Magnus Hirschfeld

Am 14. Mai jährt sich zum 150. Mal der Geburtstag des jüdischen, sozialdemokratischen und schwulen Arztes Dr. Magnus Hirschfeld, einer der Hauptinitiatoren der weltweit ersten homosexuellen Emanzipationsbewegung Ende des 19. Jahrhunderts. Die Bundesstiftung Magnus Hirschfeld (BMH) hat dieses Jubiläum zum Anlass genommen, zusammen mit weiteren Organisationen das „Hirschfeld-Jahr 2018/2019“ auszurufen. Ich lade ein zur Gedenkveranstaltung zum 150. Geburtstag – zugleich der 83. Todestag – von Dr. Magnus Hirschfeld am 14. Mai um 16 Uhr an der Gedenkstele, Otto-Suhr-Allee 93, gegenüber dem Rathaus Charlottenburg. Gemeinsam mit der 2011 gegründeten Bundesstiftung Magnus Hirschfeld (BMH), der Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft e. V. (MHG) und dem Lesben- und Schwulenverband Berlin-Brandenburg (LSVD) erinnern wir uns des großen Arztes und Sexualwissenschaftlers, der hier in Charlottenburg von 1896 bis 1910 gewirkt hat.

Dr. Magnus Hirschfeld wurde am 14. Mai 1868 in Kolberg geboren und starb an seinem Geburtstag 1935 in Nizza im Exil. In Charlottenburg hat er als Gründer und Vorsitzender des Wissenschaftlich-Humanitären Komitees mit dem Aufbau der ersten deutschen Homosexuellen-Bewegung begonnen. Von den Nationalsozialisten wurde sie verboten und verfolgt.

Im Anschluss an das Gedenken werde ich die Wanderausstellung „Magnus Hirschfelds Gästebuch aus dem französischen Exil“ in der Rathausgalerie im Rathaus Charlottenburg eröffnen, die bis zum 14. Juni, montags bis freitags von 6 bis 18 Uhr bei freiem Eintritt zu besichtigen ist.

Kiezspaziergang

Zu unserem 197. Kiezspaziergang treffen wir uns am 12. Mai um 14 Uhr am nordöstlichen Ausgang des U-Bahnhofs Bismarckstraße. Der Spaziergang wird einen Teil der Altstadt Charlottenburg entlang der Wilmersdorfer Straße führen u. a. an Rogacki, der Traditionsgaststätte „Wilhelm Hoeck“ und dem Weinhaus. Auf der Otto-Suhr-Allee gegenüber dem Rathaus steht die Gedenkstele für Dr. Magnus Hirschfeld. Zum Schluss kann noch die alte Magistratsbibliothek zu Charlottenburg – das heutige Verwaltungsinformationszentrum – im Rathaus besichtigt werden.

Die Teilnahme ist wie immer kostenfrei. Alle Interessierten sind willkommen. Informationen über die bisherigen Kiezspaziergänge finden Sie im Internet unter www.kiezspaziergaenge.de .

Für Ihre Anregungen, Lob und Kritik bin ich für Sie erreichbar unter naumann@charlottenburg-wilmersdorf.de.

Ihr
Reinhard Naumann
Bezirksbürgermeister

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