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Kunstverein Südwestpassage e. V.

Die besondere Marke, die Kultur zum Erlebnis werden lässt

Erschienen in Gazette Schöneberg & Friedenau August 2017
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Im Einsatz für Friedenau (v.h.l.n.v.l.): A. Schraepler, D. Walther, S. Wild und S. Würich.
Im Einsatz für Friedenau (v.h.l.n.v.l.): A. Schraepler, D. Walther, S. Wild und S. Würich.

Der Ortsteil Friedenau ist als kulturelles Sahnehäubchen des Bezirks Tempelhof-Schöneberg bekannt. Hier lebten und leben für die Kulturszene unverzichtbare Persönlichkeiten wie Max Frisch, Günter Grass oder Marie-Luise Schwarz-Schilling. Dass sein künstlerisches Netzwerk und Bekanntheitsgrad stetig über die Bezirksgrenzen hinaus zunehmen, ist dem gemeinnützigen Südwestpassage e. V. zu verdanken, der zum außergewöhnlichen Identifikationsort für den Bezirk geworden ist. Bildlich verdeutlicht dies das Vereins-Logo: Ein ins Wasser geworfener Stein, der weite Kreise zieht…

Vielfältig wie der Bezirk

Fest mit dem Ortsteil Friedenau und seinem kulturellen Hintergrund verbunden fühlt sich auch der weibliche Vorstand, der mit reichlich Frauen-Power sowie Kunst- und Kulturwissen die Vereinsfäden gemeinsam in den Händen hält: Die Fotografin und Fotojournalistin Sabine Würich, Kunsthistorikerin und –Vermittlerin Andrea-Katharina Schraepler und Fotokünstlerin Sabine Wild organisieren bereits Wochen vor dem eigentlichen Veranstaltungstermin vom Atelier Kunstwild in der Eschenstraße aus professionelle Friedenauer Kulturereignisse. Verschiedene Kunstsparten – u. a. Lesung, Musik, Kurzfilm, Malerei, Skulptur, Fotografie und Atelierbesuch – stehen dabei im Mittelpunkt. In der Zukunft könnten noch die Bereiche Design und Architektur hinzukommen. An Vorstands-Seite unterstützt als Fachfrau für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit im Bereich Kultur und Wissenschaft Dorothea Walther den Verein in seiner Außendarstellung.

Seit seiner Gründung durch Friedenauer Künstler im Jahr 2011 ist es dem Verein dank seiner zwar relativ kleinen, aber umso aktiveren Mitgliederzahl gelungen, Beachtliches auf die Beine zu stellen, was das Friedenauer Kulturleben bereichert. Rund 70 engagierte Sponsoren und Fördermitgliedern weiß der Verein dabei hinter sich, darunter die PSD-Bank mit ihrem Info-Punkt. Sie ermöglichen die Realisierung der Vereinsideen finanziell und lassen sie zu einem beeindruckenden Erlebnis für Alt und Jung werden. Kontinuierlich wird darüber die vielfältige kulturelle Bezirks-Tradition gepflegt, weiterentwickelt und werden Kooperationen geknüpft. Nicht nur Besucher, Künstler und Vereinsmitglieder, auch die Förderer sind über die Jahre zusammengewachsen, haben eine besondere Art der nachbarschaftlichen Identität entwickelt. Den Kontakt vertiefen sie beim jährlichen Neujahrsempfang und bei den ausgewählten Kulturangeboten, die der Verein für sie bereithält.

„Für jeden ist etwas dabei“, betont Andrea Schraepler und meint damit auch das reiche Kulturangebot des Vereins.

Zum bereits fünften Mal stellte dieser im Juni an eher ungewöhnlichen Orten in seiner diesjährigen, von der Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin geförderten Lesenacht besonderen Formats unter dem Motto „Viele Welten, eine Sprache“ 20 in Berlin lebende Autorinnen und Autoren mit internationalen Wurzeln vor. Präsentiert wurden ihre ins Deutsche übersetzten Werke an Friedenauer Leseorten wie der Galerie „Unser“ und dem neuen Verlagssitz der Edition Rugerup in der Handjerystraße, wo Margit Lebert ihre Übersetzungen russischer und skandinavischer Literatur vorstellte. Der Lesestoff steht immer in Verbindung mit dem jeweiligen Vortragsort, und die Besucher können zu zivilem Ticketpreis entspannt und am Programmheft orientiert von Ort zu Ort ziehen.

Demnächst feiert die inzwischen schon traditionelle „Kultour“ des Südwestpassage e. V., mit der 2008 einmal alles begann, ihren 10. Geburtstag. Am 7. Oktober von 15 -21 Uhr und am 8. Oktober von 13-19 Uhr öffnen Künstler ihre Ateliers. Beim Rundgang erwarten die Besucher Führungen der Kunsthistorikerin Andrea Schraepler, und auch in diesem Jahr rechnen die Veranstalter mit einem Besucher-Ansturm. Entstanden ist die Kultour indirekt durch Sabine Wild: Passanten öffneten im Jahr 2007 neugierig die Tür zu ihrem damaligen kleine Atelier am Südwestkorso und fragten, ob sie sich umsehen dürften. Heute strömen die Besucher auch aus Kreuzberg nach Friedenau. Längst ist die Tour zum unverzichtbaren Highlight in der Kulturszene geworden, bei dem Kunstinteressierte und -Neulinge sowie Künstler zueinander finden und sich austauschen. Sabine Würich vom Vorstand erklärt: „Nicht nur die Besucher, auch die Künstler sind zufrieden, weil an diesen Tagen erfahrungsgemäß der Verkauf ihrer Arbeiten steigt. Es kommen immer neue Künstler hinzu, die im Bezirk zugezogen sind und Interesse an einer Teilnahme haben.“ Und Sabine Wild ergänzt: „Nicht zu unterschätzen ist für alle auch der Synergie-Effekt derartiger Veranstaltungen: Er öffnet durch Diskussionen und Gespräche neue Horizonte.“

Das erreichen auch immer wieder die vom Verein organisierten und beim Publikum besonders beliebten „Treppenhauskonzerte“, für die Privatleute ihre Treppenhäuser als Konzertsaal zur Verfügung stellen. Nachbarn und Besucher lauschen da in ungezwungener Atmosphäre der Musikvielfalt von Klassik bis Jazz, nebeneinander auf mitgebrachtem Klappstuhl oder Kissen, andächtig gefesselt von oftmals erstaunlicher Akustik, wie sie die Flure der Friedrich-Bergius-Schule bereithalten.

Bei der „Friedenale“, dem angesagten Kurzfilmfestival des Vereins, treffen Freunde des besonderen Films aufeinander, und alle erinnern sich auch gerne an die vergangenen von der Südwestpassage organisierten „Hock“-Veranstaltungen, bei denen an langen Tischen Nachbarn und Besucher zusammenkamen und Straßen extra gesperrt worden waren.

Immer wieder liefern die Aktivitäten des Südwestpassage e. V. also ein authentisches Abbild des vielfältigen Bezirks. – Und so mancher ist dann stolz, ein Friedenauer zu sein.

Weitere Informationen und Veranstaltungstermine unter www.suedwestpassage.com

Jacqueline Lorenz

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