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10 Jahre Berlin.Südwest e. V.

Auch die nächsten 10 Jahre werden spannend

Sie stehen gemeinsam mit Berlin.Südwest für einen starken Standort.
Sie stehen gemeinsam mit Berlin.Südwest für einen starken Standort.
Erschienen in Gazette Zehlendorf Oktober 2018
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Anlässlich des 10. Vereinsgeburtstages kamen am 14. September 2018 in Dahlem Vereinsfreunde und -unterstützer aus Bezirksamt, BVV, Wissenschaft, Wirtschaft und Kultur in der gastfreundlichen Atmosphäre des Museum Europäischer Kulturen (MEK) zusammen. Dabei gab der Vereinsvorsitzende Thomas Herrmann – seit Gründung des Vereins in erster Reihe dabei – im Podiumsgespräch mit interessanten Gästen spannende Ausblicke auf die kommenden 10 Jahre des Standortes Berlin Südwest.

Der Verein Berlin.Südwest engagiert sich seit 2008 für den Bezirk Steglitz-Zehlendorf als einem der Zukunftsorte Berlins mit dem Ziel, durch intensive Vernetzung der Mitglieder die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken, Wissenstransfer zu beschleunigen und innovative Neuansiedlungen im Bezirk zu generieren. Über regelmäßige Veranstaltungen und Diskussionsrunden widmet sich der Verein, der hochkarätige Unternehmen und Einrichtungen aus dem Bezirk zu seinen Mitgliedern zählt, wichtigen und brisanten Zukunftsthemen.

Gemeinsam arbeiten seine Mitglieder und Akteure an der stärkeren Wahrnehmung des Bezirkes als bedeutender Forschungs- und Industriestandort der Hauptstadt Berlin auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene, indem sie die besonderen Qualitäten des Standortes positiv und nachhaltig nach außen tragen und intern Synergien fördern.

Sich stark machen für einen starken Standort

Die Gründungsveranstaltung von Berlin Südwest hatte vor 10 Jahren im neuen Glashaus des Botanischen Gartens stattgefunden, eröffnet vom damaligen Bezirksbürgermeister Norbert Kopp und angeführt von Gründungsmitgliedern wie u. a. dem damaligen Kanzler der Freien Universität Berlin (FU Berlin) Peter Lange, dem damaligen Präsidenten der FU Berlin Prof. Dr. Dieter Lenzen, Prof. Dr. Heinrich Heidt (Bundesanstalt für Materialforschung und –prüfung, BAM) und dem damaligen 1. Vorsitzenden Volkmar Strauch († 2009), dessen Nachfolge Dr. Reinhard Baumgarten, heutiger Projektleiter des Regionalmanagement Berlin SÜDWEST, antrat.

Vorrangiges Ziel dieser Gründung war, Unternehmer und Wissenschaftler anzusprechen und eine erhöhte Aufmerksamkeit für den Bezirk zu erreichen.

Im Wissenschaftsjahr 2010 startete die erste, größere Vereinsaktion, die die Nachnutzung des ehemaligen US-Hospital-Geländes an der Fabeckstraße ins Gespräch brachte, auf dem im Laufe der nächsten Jahren das Technologie- und Gründungszentrum FUBIC (Business and Innovation Center next to Freie Universität Berlin Campus) entstehen wird.

Ein zweites großes Thema bereits vor zehn Jahren für den Verein Berlin.Südwest war die Nachnutzung der Dahlemer Museen. „Uns war da schon klar, dass man sie nicht einfach zuschließen kann“, erklärt Thomas Herrmann. So entwickelte der Verein in Workshops vorausschauend ein Nachnutzungskonzept für ein „Museum der Zukunft.“

Und auch heute bleibt der Blick nach vorne gerichtet, wie man am 10. Geburtstag deutlich vernehmen konnte.

Blick voraus und nachgefragt…

Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur – das sind die Bereiche, welche Berlin.Südwest an der Seite von Bezirksamt und Wirtschaftsförderung auch weiterhin in den Focus seiner Arbeit stellen will.

Dass eine gelungene Geburtstagsfeier nicht ausschließlich an Buffet und Bar stattfinden muss, zeigte die Vereins-Feier im September, die über Sonderführungen den Gästen beeindruckende Einblicke in die MEK-Ausstellungen „100 Prozent Wolle“ und „Thessaloniki“ gewährte, bevor danach Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur auf dem MEK-Podium mit Thomas Herrmann in ebenso informative wie interessante Gespräche fanden:

…bei der Wissenschaft

Erster Gesprächspartner aus dem Wissenschaftsbereich war der im Mai zum neuen Präsidenten der Freien Universität Berlin gewählte Mathematiker Prof. Dr. Günter M. Ziegler, der sich den Gästen in seinem neuen Amt vorstellte. Sein Interesse an Bildungsverbesserung und dem Bestreben nach stärkerer Sichtbarmachung der Mathematik auf allen Ebenen war da ein Thema, ebenso die Fächervielfalt dieser 70 Jahre „jungen“ Freien Universität, wobei es die „kleinen Fächer“ und Geisteswissenschaften weiterzuentwickeln gelte.

Bei der Frage nach einer denkbaren Nutzung der nun größtenteils leer stehenden Dahlemer Museen betonte Prof. Ziegler, dass darin eine „Riesenchance bestehe, die genutzt werden müsse“, – nur wie, sei noch unklar. Aber schließlich sei er nicht Präsident geworden, um nur klare Sachen zu gestalten. Ein „gigantischer Museums-Schatz“ lagere noch im Keller. Diesen wann, wie und wo sichtbar und der Wissenschaft zugänglich zu machen, sei genau zu überlegen. Mit Thomas Herrmann ist sich der Präsident einig, dass dies jedoch nicht als abgegrenztes Forschungsprojekt geschehen dürfe – das sei dem Bezirk zu wenig.

Optimistisch blickten indessen beide in die FUBIC-Zukunft, die Raum „für tolle junge Leute mit tollen Ideen“ bieten dürfte; eine Zukunft, die schon demnächst mit der Fertigstellung des neuen Gründerhauses an der Fabeckstraße beginnt.

Als Geburtstagsgeschenk vom Präsidenten wünschte sich Herrmann zukünftig besseren Wissenstransfer. Den Wunsch zu erfüllen, daran will der neue Präsident mitarbeiten, „damit dieser Wissenstransfer zukünftig nicht nur in eine Richtung, sondern in beide Richtungen – auch aus der Gesellschaft heraus – gelingt.

…der Wirtschaft

Als weiteren Podiumsgast begrüßte Thomas Herrmann den Staatssekretär für Wirtschaft, Energie und Betriebe von Berlin, Henner Bunde. Der studierte Kunsthistoriker beantwortete die Frage nach dem Stand der Bauvorbereitungen für das Technologie- und Gründungszentrum FUBIC: Es läge nun ein befriedigendes Schadstoffgutachten zum Gelände vor, so dass Ende des Jahres mit ersten Abrissarbeiten begonnen werden könne. Dann müsse man an die Vermarktung der umliegenden Flächen denken, um Vermietungsobjekte zu schaffen, in die Jungunternehmer nach der Gründungsphase wechseln könnten.

„Das gesamte FUBIC-Projekt ist langfristig anzulegen, auch auf kommende Generationen ausgerichtet“, so Bunde. Im Gespräch machten beide Gesprächspartner deutlich, dass weitere Flächen im Bezirk dringend notwendig sind, um u. a. Studentenunterkünfte zu schaffen und jungen Unternehmen Raum zu bieten.

Thomas Herrmann führte hier das Gebiet an Stadtgrenze und Goerzallee an, das der Bezirk gerne als Wirtschaftsstandort weiterentwickelt sähe, darunter das Areal der Krone AG und bundeseigene Flächen, in denen auch der Staatssekretär ausbaufähiges Potential sieht.

Den Bezirk als „exzellenten Standort der Universitätsmedizin“ zu erhalten, dafür müsse man kämpfen, erklärte Henner Bunde.

…und der Kultur

In den kulturgeladenen Räumen des MEC kam schließlich auch noch die Kultur zu Wort in Person von Dr. Patricia Rahemipour, Vertreterin des Netzwerks „natürlich Kultur – Museen im Grünen“ und Leiterin des Botanischen Museums im Botanischen Garten Dahlem. Auf dem Podium stellte sie neben der Thematik der Weiterentwicklung des Botanischen Museums hin zu mehr kreativer Museumsfläche im Freien, auf welcher der Besucher stärker aktiv werden kann, das Netzwerk der Museen im Grünen vor, das seinen neuen Namen am 26. September 2018 (nach Red.schluss) offiziell bekanntgeben wird.

Zum Netzwerk zählen aus dem Bezirk bereits 13 Museen, die mit ihren Grünflächen punkten können und dadurch sichtbarer werden: Gemeinsam ist dem Botanischen Museum, Niemöller-Haus, Domäne Dahlem, Museumsdorf Düppel, Haus am Waldsee, Brücke Museum, Kunsthaus Dahlem, AlliiertenMuseum, Schwartzscher Villa, Liebermann Villa, Haus der Wannseekonferenz, Glienicke und dem MEK, dass sie neben Ausstellungspotential auch eine hohe Erholungsqualität besitzen, „das gewisse Quäntchen Grün“, wie die Museumsleiterin betonte. Hier, wo mit Einrichtung der Dahlem-Radroute bereits wertvolle Vorarbeit für ein besseres Sichtbarwerden des Bezirks über die Natur bei Touristen und Bezirksbesuchern geleistet wurde, schließt sich nun der Kreis mit diesen Museen. Jenseits von Mitte wollen diese Häuser zukünftig verzahnt Kulturthemen gemeinsam aufnehmen und ausarbeiten, Angebote erstellen und sich austauschen. So soll der Berliner Südwesten für Berlinbesucher interessanter werden, frei nach dem Motto: „Erleben Sie Berlin und erleben Sie sich dabei!“ – Kultur und Natur Seite an Seite.

Ein weiteres Ziel des Netzwerks formulierte Dr. Rahemipour am Ende des Podiumgesprächs und erhielt dafür sowohl von Moderator Thomas Herrmann als auch von den Geburtstagsgästen Zustimmung: „Wir wollen die Kultur vom Podest heben, die Angst vor Kunstobjekten nehmen und es im Museum laut werden lassen.“

– Ein gelungenes Schlusswort für das Geburtstagskind Berlin.Südwest, das auch in den nächsten 10 Jahre manch Diskussion zugunsten des Berliner Südwestens führen und manch unbequeme, doch dringliche Frage stellen dürfte.

Weiter Informationen zum Verein Berlin.Südwest unter www.berlin-suedwest.net , Informationen zum Museum Europäischer Kulturen unter www.smb.museum/mek .

Jacqueline Lorenz

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