Gazette Verbrauchermagazin DIN-A4-Bezirks-Magazine DIN-A5-Ortsteil-Journale

Schweiz verschenkt Gemälde

„Große Seestraße am Wannsee“ bereichert Sammlung der Liebermann-Villa

Große Seestraße am Wannsee, 1923. © Liebermann-Villa am Wannsee
Große Seestraße am Wannsee, 1923. © Liebermann-Villa am Wannsee
Erschienen in Gazette Zehlendorf Mai 2019
Anzeige
Batrole Ing. IngenieurgesellschaftBau- und MöbeltischlereiBad Meisterei Zock UG haftungsbeschränkt

Hat Ihnen schon einmal ein Staat etwas geschenkt? Auch für die Mitglieder der Max-Liebermann-Gesellschaft war diese Erfahrung so neu wie schön: Die Schweiz hat der Liebermann-Villa am Wannsee ein bedeutendes Gemälde zukommen lassen, das nun dauerhaft die Sammlung bereichert.

Als Vertreter der Schweizerischen Eidgenossenschaft überreichte Botschafter Paul Seger am 14. April das Gemälde „Große Seestraße am Wannsee“ aus dem Jahr 1923 von Max Liebermann als Schenkung an die Max-Liebermann-Gesellschaft Berlin e. V.. Hans-Gerhard Hannesen, Vorsitzender des Trägervereins der Liebermann-Villa am Wannsee freut sich: „Damit kehrt dieses wichtige Gemälde Max Liebermanns an seinen Entstehungsort zurück.“ Der Botschafter ließ noch einmal die Geschichte des impressionistischen Meisterwerks Revue passieren. 1948 durch den damaligen Vertreter der Schweiz in Berlin, François de Diesbach, erworben, verblieb das Bild nach dem frühen Unfalltod de Diesbachs in der Berliner Botschaft. 2017 lancierte die Schweizer Botschaft eine rechtliche Überprüfung hinsichtlich des Eigentumsrechts, welche ergab, dass das Gemälde durch Ersitzung in den Besitz der Eidgenossenschaft gelangt war. Eine Provenienzüberprüfung ergab zudem keinen Hinweis auf Raubkunstverdacht. Die Botschaft entschloss sich daher im Juni 2018 das Werk an die Liebermann-Villa am Wannsee auszuleihen. Nach Klärung von Rechtsansprüchen entfernter Verwandter de Diesbachs wurde die Dauerleihgabe nun in eine Schenkung umgewandelt. „Ich bin der erste Botschafter, der auf den Liebermann verzichten muss. Dafür ist die Freude umso größer, zu wissen, dass es hier einer großen Öffentlichkeit zugänglich ist“, erklärte der Schweizer Botschafter.

Der neue Direktor der Liebermann-Villa am Wannsee, Dr. Daniel Spanke, dankte der Schweizerischen Eidgenossenschaft, dass sie sich so großzügig von dem kostbaren Gemälde getrennt hat, und versicherte: „Wir werden wissenschaftlich und kuratorisch intensiv mit unserem neuen Liebermann arbeiten.“ Das Gemälde zeigt die heutige Straße „Am Großen Wannsee“, an der die Liebermann-Villa liegt.

© Gazette Verbrauchermagazin GmbH 2019