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Happy Birthday – 70 Jahre Grundgesetz

Geburtstagsfeier im Rathaus Schöneberg

Feierlicher Abschluss der Veranstaltung im Goldenen Saal mit allen Talk-Gästen. Foto: BA Tempelhof-Schöneberg
Feierlicher Abschluss der Veranstaltung im Goldenen Saal mit allen Talk-Gästen. Foto: BA Tempelhof-Schöneberg
Erschienen in Gazette Schöneberg & Friedenau Juli 2019
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Mehr als 70 Menschen waren in den Goldenen Saal des Rathauses Schöneberg gekommen zur Festveranstaltung „Happy Birthday – 70 Jahre Grundgesetz“. In ihrer Begrüßungsrede verwies Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler auf die Entstehungsgeschichte des Grundgesetzes. Insbesondere der Artikel 3, mit seinem Gleichheitsgebot und Benachteiligungsverbot sei vor dem Hintergrund der Diskriminierung, Verfolgung und Ermordung von Millionen von Menschen durch eine von der Bevölkerung gewählten menschenverachtenden nationalsozialistischen Diktatur entstanden.

Angelika Schöttler betonte weiterhin, dass das grundgesetzliche Benachteiligungsverbot noch nicht für alle Menschen gelte, die von Diskriminierung bedroht sind. Sie unterstütze darum die aktuellen Bestrebungen, auch Menschen auf Grund ihrer sexuellen und geschlechtlichen Identität grundgesetzlich vor Benachteiligung zu schützen.

In insgesamt drei Diskussionsrunden tauschten sich gender- und queer-, migrations-, sowie behindertenpolitische Aktivisten mit Vertreterinnen und Vertreter der Bezirkspolitik und dem Publikum darüber aus, ob der Bezirk seinen grundgesetzlichen Verpflichtungen aus Artikel 3 genügend nachkomme.

Die Bilanz fiel unterschiedlich aus. Ergänzt durch Beiträge aus dem Publikum berichteten migrations- und behindertenpolitische Aktivisten von Diskriminierungserfahrungen und appellierten an die Vertreter der Bezirkspolitik, ihre erkennbaren Bemühungen zu verstärken und erreichte Fortschritte aktiv zu schützen und weiter zu entwickeln. Anti-Diskriminierung und Gleichstellung würden noch zu häufig einseitig aus Behördensicht definiert und proklamiert. Das Bezirksamt sehe es als seine Aufgabe an, so Angelika Schöttler, Leitungskräfte und Mitarbeitende fortlaufend zu sensibilisieren für die Verpflichtung zur Gleichstellung und für aktiven Diskriminierungsschutz. Zudem gehe es aber auch darum, dass wir, also alle Mitbürger vielfältige Lebensweisen und Diskriminierungssensibilität aktiv im Alltag leben und sichtbar machen.

Künstlerisches und bewegendes Highlight war die gemeinsame musikalische Darbietung eines Songs von Leona Heine mit dem Gebärdenchor der evangelischen Gehörlosengemeinde.

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