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Was passiert am Kranoldplatz?

Erster Runder Tisch von Gewerbetreibenden und Anwohnern gut besucht

Erschienen in Lichterfelde Ost Journal August/September 2019
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AETKA Communication CenterFoto FrohloffSURF'N COPYSchnoor Immobilien e.K.

Kündigungen, erster Leerstand, große Besorgnis. Der Kauf mehrerer Gebäude am Kranoldplatz durch die HGHI von Harald G. Huth beunruhigt die Gemüter. Viele Gerüchte kursieren, erste Geschäfte stehen leer. Um mehr Klarheit zu bekommen und Wissen zusammen zu tragen, lud Rainer Frohloff – früherer Inhaber von Foto Frohloff an der Lankwitzer Straße und jetzt beim Webkiez aktiv – am 3. Juli zum Ersten Runden Tisch in die Almhütte vom Restaurant Friedhart’s ein. Auch Harald Huth bekam eine Einladung, nahm aber nicht teil.

Besorgnis um den Kiez

Deutlich wurde vor allem die Besorgnis, dass sich der gewachsene Kiez mit seinen vielen Einzelhandelsgeschäften zum Negativen verändert. Besonders an den Markttagen zeigt sich die Beliebtheit vom Kranoldplatz und seiner Umgebung. Die Besucher kommen nicht nur aus Lichterfelde, sondern auch aus anderen Teilen der Stadt und dem Umland hierher. Die vielfältigen Geschäftsstrukturen mit Anbietern, die es nicht überall gibt, verleihen dem Kranoldplatz ein besonderes Flair.

Künftige Entwicklung unklar

Diese Besonderheit sehen die Besucher des Runden Tisches in Gefahr. Berichtet wird über Mieterhöhungen von 50 Prozent, dazu eine Änderung der Berechnung, die die gemietete Fläche vergrößert. Die Rede ist auch von der Beteiligung des Vermieters am Umsatz des Einzelhändlers. Alle diese Dinge sind laut einem Branchenkenner nicht unüblich. Aber für Einzelhändler können sie das Aus bedeuten. Auch ein Bauantrag für den Ferdinandmarkt wurde bereits gestellt. In welche Richtung wird sich der Kranoldplatz künftig entwickeln? Das kann an diesem Abend niemand sagen, aber die Besorgnis ist groß, dass es keine positive Entwicklung hinsichtlich Lebensqualität und gewachsener Geschäftsvielfalt sein könnte. Zumindest in einer Hinsicht setzt der Bebauungsplan Grenzen – Vergnügungsstätten, Bordelle und ähnliches sind nicht zulässig.

Sensibilisierung der Kunden

Im Publikum befanden sich auch Vertreter der politischen Parteien FDP, SPD und CDU aus Steglitz-Zehlendorf. Erfreulich ist ihre Zusage, bezüglich der Entwicklung am Kranoldplatz über die Parteigrenzen hinweg zusammenzuarbeiten. Bezirksverordnete Mathia Specht-Habbel, FDP, äußert in einer Pressemitteilung: „Nicht alles ist perfekt und viele Bürgerinnen und Bürger möchten nun sehen, wie die Politik die Rahmenbedinungen in ihrem Kiez behutsam weiterentwickelt. Es muss vorangehen und wir brauchen sowohl Transparenz als auch Ausgewogenheit bei den Planungen.“ Mittels Veröffentlichungen, Unterschriftenlisten und Informationen in den Geschäften sollen die Anwohner und Kunden über die Situation am Kranoldplatz informiert werden. Auch in Zukunft wird es den Runden Tisch geben, die Entwicklungen am Kranoldplatz werden auf jeden Fall kritisch begleitet.

Info-Veranstaltung mit Bezirksbürgermeisterin

Eine Informationsveranstaltung für die Gewerbetreibenden rund um den Kranoldplatz ist für den 18. September um 18 Uhr angekündigt. Der genaue Ort stand zum Redaktionsschluss noch nicht fest. Bei der Veranstaltung wird Bezirksbürgermeisterin Cerstin Richter-Kotowski gemeinsam mit Mateusz Hartwich von der IHK über den aktuellen Stand informieren und offene Fragen beantworten. Themen sind steigende Gewerbemieten, die Zukunft des Stellwerk-Gebäudes und die geplanten Umbaumaßnahmen auf dem Kranoldplatz. Gewerbetreibende melden sich bitte direkt an bei Herrn Pawlik, bezirkliche Wirtschaftsförderung, Tel. 90299-5257.

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