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Die Rückkehr der goldenen Greife

Nach Reparatur von Sturmschäden zurück am Schloss Glienicke

Erschienen in Gazette Zehlendorf November 2019
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Endlich wieder an ihrem angestammten Platz: Die beiden goldenen Greife sind zurück in Glienicke. Schon seit 1861 sitzen sie auf den Pfeilern des Tors, das sowohl Johannitertor als auch Greifentor genannt wird. Die Gitter des Tors zeigen zwei Johanniterkreuze, die an die Herrenmeisterwürde von Prinz Carl, dem früheren Eigentümer und maßgeblichen Gestalter von Schloss Glienicke erinnern.

Die Fabelwesen – eine Mischung aus Löwe und Raubvogel – wurden von August Kiß (1802 – 1865) entworfen. Der 1802 in Paprotzan/Oberschlesien – heute Tichau – geborene Künstler kam 1822 nach Berlin und wurde an der Preußischen Akademie der Künste und bei Christian Rauch ausgebildet. Bekannt wurde er mit der Plastik „Amazone zu Pferde“, die vor dem Alten Museum in Berlin steht. Kiß erschuf mehrere Reiterstandbilder von preußischen Königen, die im Zweiten Weltkrieg zerstört wurden.

Die Greife wurden im Jahr 2017 von Sturm Xavier beschädigt – ein Greif büßte seinen Kopf ein. Auch die Vergoldung war schon länger abgeblättert. Nach der Restaurierung erstrahlen sie erneut und schauen wachsam auf jeden, der den Glienicker Park betritt.

Der Greif war bereits in alten orientalischen Kulturen als mythisches Tier bekannt. Eine Theorie besagt, dass die Entstehung des Mythos vom Greif auf Skelettfunden des Protoceratops in der Wüste Gobi beruht. Dort sollen schon die Skythen auf solche Skelette gestoßen sein. Der Greif war auch bei Ägyptern, Babyloniern und Hethitern bekannt. Im Mittelalter war der Greif eines der Wappentiere. Er galt als starker Wächter.

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