Gazette Verbrauchermagazin

„Inklusion entsteht durch Begegnung“

Aktion Mensch feiert Richtfest für inklusives Wohnhaus in Berlin-Wilmersdorf

So wird es nach der Fertigstellung aussehen: Das neue inklusive Wohnhaus an der Prinzregentenstraße. Foto: Georg Hana / Aktion Mensch e.V.
So wird es nach der Fertigstellung aussehen: Das neue inklusive Wohnhaus an der Prinzregentenstraße. Foto: Georg Hana / Aktion Mensch e.V.
Erschienen in Gazette Wilmersdorf Mai 2023
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Am 23. März feierte die Aktion Mensch das Richtfest ihres inklusiven Wohnhauses in Berlin-Wilmersdorf, das modernen barrierefreien Wohnraum für über 20 Menschen mit und ohne Behinderung schafft. Die Sozialorganisation reagiert damit auf den eklatanten Mangel und den steigenden Bedarf an barrierefreien Wohnangeboten. Mit dem nun begangenen Richtfest rückt auch der Einzugstermin Anfang kommenden Jahres näher.

In Anwesenheit von Gästen aus Politik, Verwaltung und Sozialwesen übernahm Armin v. Buttlar, Vorstand der Aktion Mensch, den symbolischen letzten Nagelschlag in den Dachstuhl. „Wir freuen uns, dass das Gebäude nun zeitnah mit Leben gefüllt wird. Dabei sind wir uns sicher: Die Hausgemeinschaft wird eine Strahlkraft für die gesamte Nachbarschaft haben – schließlich entsteht Inklusion durch Begegnung“, so v. Buttlar.

Selbstbestimmte Teilhabe mitten im Kiez

Nach der Fertigstellung wird das inklusive Wohnhaus eines der ersten dieser Art in der Hauptstadt sein – weitere Wohnprojekte der Aktion Mensch sollen bundesweit folgen. Teil des Konzepts in der Prinzregentenstraße sind fünf individuelle Wohneinheiten sowie eine inklusive Wohngemeinschaft, in der Menschen mit und ohne Assistenzbedarf zusammenleben.

Neben den Wohnräumen ist in dem Gebäude ein professionelles Beratungs- und Serviceangebot der Stephanus gGmbH angesiedelt, das die Bewohnerinnen und Bewohner des Hauses ebenso wie interessierte Nachbarn bei der barrierefreien Alltags- und Freizeitgestaltung, der Koordination ambulanter Pflegedienste sowie weiteren Assistenzleistungen unterstützt. Auch bei dem Concierge-Service im Eingangsbereich des Hauses, den ein Mitarbeiter mit Behinderung betreuen wird, ist der Nachbarschaftsgedanke leitend.

„Mit dem gemeinsamen Wohnprojekt können die Aktion Mensch und die Stephanus-Stiftung die Ideen von Selbstbestimmung, Teilhabe und Sozialraumorientierung realisieren. Menschen mit unterschiedlichen Möglichkeiten werden sich die Ressourcen ihrer Nachbarschaft erschließen und gleichzeitig Ressourcen für den Kiez bereitstellen. Wir wollen zeigen: Inklusion ist real“, sagt Dr. Ellen Ueberschär, Vorständin der Stephanus-Stiftung.

Verantwortungsbewusstsein auch beim Bau

Bei dem Gebäude handelt es sich um ein in Holzständerbauweise errichtetes Effizienzhaus mit begrüntem Dach und Solaranlage, das auch bei der Materialauswahl den Prinzipien der Nachhaltigkeit folgt. Das Wohnhaus liegt in unmittelbarer Nähe des barrierefreien U-Bahnhofs Berliner Straße sowie zu Angeboten des täglichen Bedarfs. Es wird auf einem Grundstück errichtet, mit dem eine Berlinerin die Aktion Mensch in ihrem Nachlass bedachte.

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