Berlin
Welpen im eiskalten Keller
Illegaler Handel wird unsichtbarer

07.01.2026: Ein gemeinsamer Einsatz von Polizei und Veterinäramt hat Anfang Januar in Berlin-Köpenick zur Sicherstellung mehrerer Hunde geführt. In einem Kellerraum wurden zwei Mutterhündinnen und zwölf Welpen der Rasse Französische Bulldogge entdeckt. Ein Welpe war bereits weitergegeben worden, konnte jedoch ermittelt und ebenfalls in Sicherheit gebracht werden. Die Behörden prüfen derzeit die Hintergründe.
Der Fall steht exemplarisch für eine Entwicklung, die der Tierschutzverein für Berlin (TVB) beobachtet: Der illegale Welpenhandel verlagert sich zunehmend ins Private. Große Transporte werden seltener festgestellt; stattdessen tauchen einzelne Tiere in Wohnungen auf. Der Vertrieb erfolgt oft über Online-Plattformen und soziale Medien, wobei die Angebote häufig einen seriösen Anschein erwecken und private Umstände vortäuschen.
Im Rückblick auf das Jahr 2025 verzeichnete das Tierheim mindestens 15 Fälle, bei denen insgesamt 28 sichergestellte Hunde betreut wurden. Oft handelte es sich um Tiere, die medizinische Versorgung benötigten. Vorstandsvorsitzende Eva Rönspieß weist darauf hin, dass die im Tierheim sichtbaren Fälle nur einen kleinen Ausschnitt darstellen. Viele beschlagnahmte Tiere kommen in anderen Pflegestellen in Berlin und Brandenburg unter, weshalb die Dunkelziffer deutlich höher liegen dürfte.
Wer die Aufnahme eines Hundes plant, sollte einige Grundregeln beachten. Von anonymen Übergaben oder Käufen „aus dem Kofferraum“ wird dringend abgeraten. Wichtig ist zudem, sich die Elterntiere zeigen zu lassen und die dazugehörigen Unterlagen kritisch zu prüfen, da man durch unbedachte Online-Käufe ungewollt leidvolle Strukturen unterstützen kann. Der TVB arbeitet eng mit den Behörden zusammen, ohne vorschnell zu urteilen.


